Die Luft riecht nach Sommer, und die Vorfreude auf die Internationalen Stummfilmtage in Bonn steigt. Vom 13. bis 23. August 2026 wird der Arkadenhof der Bonner Universität zum Schauplatz für ein Festival, das die goldene Ära des Stummfilms wieder aufleben lässt. Ein echtes Event, das nicht nur Cineasten, sondern auch neugierige Entdecker anzieht. Mit Klassikern von Buster Keaton und Lewis Milestone sowie internationalen Entdeckungen aus Schweden, Indien und Italien gibt es für jeden Geschmack etwas zu sehen. Und das alles wird live von talentierten Musikerinnen und Musikern begleitet – eine besondere Note, die die Filme zum Leben erweckt!

Der Auftakt dieses cineastischen Festes könnte kaum eindrucksvoller sein. „Gösta Berling – Teil 1“, inszeniert von Mauritz Stiller und mit der legendären Greta Garbo, wird den Zuschauern präsentiert. Neil Brand sorgt für die musikalische Begleitung, die die emotionale Tiefe des Films unterstreicht. Ab dem 14. August können wir uns dann auf mindestens zwei Filme pro Tag freuen. Ein Highlight am Samstag wird definitiv „Fünf Minuten Angst“ (1926) von Frank Tuttle sein, der neben „Der Mantel“ (1926) von Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg gezeigt wird.

Ein Fest für alle Sinne

Die gezeigten Filme sind nicht nur Klassiker; sie erzählen Geschichten aus verschiedenen Kulturen und Epochen. „Der Garten Eden“ (1928) von Lewis Milestone und „Schatten der Weltstadt“ (1925) von Willi Wolff zeigen die Vielfalt des Stummfilms. Die Präsentation des Kurzfilms „Guo Feng“ (1935) aus China und der Co-Produktion „Béhula“ (1921) sind wahre Juwelen, die das Festival bereichern. Und dann gibt es noch „Die Göttliche Komödie nach Dante Alighieri“ – der erste abendfüllende Spielfilm Italiens. Spannend, oder?

Ein ganz besonderes Schmankerl sind die Live-Musikbegleitungen von Künstlern wie Mykyta Sierov, Richard Siedhoff und vielen neuen Gesichtern der Musikszene. Diese musikalischen Darbietungen sind wie das Salz in der Suppe – sie geben den Filmen den letzten Schliff und transportieren uns in die Atmosphäre der damaligen Zeit. Außerdem wird es einen Workshop zum Thema „Stummfilme selbst vertonen“ geben. Hier kann jede*r selbst aktiv werden und das kreative Potenzial der Stummfilme entdecken.

Ein Blick in die Geschichte

Stummfilme haben eine lange und faszinierende Geschichte. Pioniere wie Eadweard Muybridge und Louis Le Prince legten den Grundstein für das, was wir heute als Filmkunst kennen. Schon 1895 erlebte die Welt die ersten kinomäßigen Filmvorführungen, und die Brüder Lumière brachten mit ihrem Cinématographe Bewegung in die Fotografie. Die Stummfilmzeit war eine Zeit der Entdeckung und Innovation, die schließlich in den Übergang zum Tonfilm mündete. Mit „Der Jazzsänger“ (1927) wurde die Bedeutung des Dialogs für die Handlung etabliert und die Filmwelt verändert.

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Die Stummfilmtage in Bonn sind nicht nur eine Hommage an diese Ära, sondern auch eine Einladung, in die Welt der bewegten Bilder einzutauchen. Ein großer Teil des Festivalprogramms wird online als Stream angeboten, was das Erlebnis auch für diejenigen zugänglich macht, die nicht vor Ort sein können. Wer hätte gedacht, dass man sich in einem digitalen Zeitalter so gut mit der Vergangenheit verbinden kann? Detaillierte Informationen findet ihr auf der Webseite der Internationalen Stummfilmtage.

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