Heute ist der 5.06.2026, und die Stadt Bonn sieht sich einer echten Herausforderung gegenüber. Die Friedrich-Ebert-Brücke, die als zentrale Ost-West-Verbindung fungiert, ist ab sofort gesperrt! Da kann einem schon ein mulmiges Gefühl kommen, wenn man bedenkt, dass täglich rund 120.000 Fahrzeuge über diese Brücke rollen. Der Grund für die plötzliche Sperrung sind strukturelle Schäden am Tragwerk der Vorlandbrücke am linken Rheinufer. Die Autobahn GmbH hat die Brücke kurzerhand bis auf Weiteres dichtgemacht – was für eine katastrophale Situation!
Der technische Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Dirk Brandenburger, schätzt, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen erste Ergebnisse zur Schadensbewertung vorliegen werden. Die Brücke, die 1967 eröffnet wurde und Teil der Autobahn 565 ist, hat sich offenbar nicht mehr den heutigen Anforderungen angepasst. Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg bezeichnet die Lage bereits als „Katastrophenmeldung“. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Sperrung könnte sich auf über 170 Millionen Euro belaufen – eine Summe, die einen schwindelig werden lässt!
Die Dimension der Herausforderung
Die Brücke besteht aus verschiedenen Teilen: einer linksrheinischen Vorlandbrücke von etwa 660 Metern, einer Strombrücke von rund 520 Metern und einer rechtsrheinischen Vorlandbrücke von etwa 110 Metern. Mit ihren zwei durchgehenden Fahrspuren je Richtung und einer Abbiegespur war sie ursprünglich für eine deutlich geringere Verkehrsbelastung konzipiert. Die aktuelle Situation bringt Umwege von etwa 50 Millionen Kilometern pro Jahr für Autofahrer und 5,5 Millionen Kilometern für Lkw mit sich. Das ist nicht nur ein logistischer Albtraum, sondern auch eine echte Belastung für die Umwelt.
Die Autobahn GmbH hatte die Brücke bereits zuvor für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt, doch jetzt braucht es eine ganz neue Lösung. IHK-Präsident Stefan Hagen fordert eine beschleunigte Planung für eine neue Rheinquerung, die ursprünglich für die 2030er Jahre angedacht war. Bonner Oberbürgermeister Guido Déus hat bereits eine Task Force Nordbrücke ins Leben gerufen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Ein Blick in die Zukunft
Der Ersatzneubau der Rheinquerung ist längst überfällig. Seit Mitte 2022 wird von der Autobahn GmbH daran gearbeitet. Die Planungen sehen eine Erweiterung auf sechs Fahrstreifen zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel vor. Tatsache ist: Der Querschnitt der bestehenden Brücke ist einfach zu schmal für die Erweiterung. Ein Neubau wird also breiter und moderner sein. Die technische Ausarbeitung der Planungen hat im November 2023 begonnen, und die ersten Umweltuntersuchungen sind bereits parallel dazu am Laufen.
Es ist ein umfangreicher Prozess, der sich in vier Planungsphasen gliedert, und wir stecken jetzt am Ende der Vorplanung. Die Anzahl der Trassenvarianten wurde von 31 auf drei reduziert, und die Vorzugsvariante soll voraussichtlich Anfang 2026 festgelegt werden. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die Wohnbebauung geschützt bleibt. Die Planungen zielen darauf ab, Eingriffe in die Natur und Umgebung so gering wie möglich zu halten.
Die Autobahn GmbH schätzt, dass im ungünstigsten Fall bis zu 20 Gebäude mit etwa 90 Wohneinheiten betroffen sein könnten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Unsicherheit schwebt über Bonn, und die Hoffnung auf eine baldige Lösung ist groß.