Die Ruhr-Universität Bochum und die Universität Duisburg-Essen stehen vor einer spannenden Neuerung in der Welt der Theologie. Die beiden Hochschulen planen, eine gemeinsame Katholisch-Theologische Fakultät ins Leben zu rufen. Diese spannende Entwicklung wurde von Sprechern beider Universitäten an die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigt. Die neue Fakultät wird die bestehende Fakultät für Katholische Theologie in Bochum sowie das Institut für Katholische Theologie in Duisburg-Essen ersetzen. Ein Schritt, der nicht nur für die beiden Universitäten, sondern auch für die Studierenden und die katholische Kirche von Bedeutung ist.

Der Hintergrund dieser Fusion ist bedenklich: sinkende Studierendenzahlen. In Bochum ist ein Rückgang von 63% bei den Theologiestudenten zu verzeichnen, während es in Essen immerhin noch 42% sind. Besonders alarmierend ist der Rückgang der Studienanfänger, der in Bochum bei 71% und in Duisburg-Essen bei 56% liegt. Um dem entgegenzuwirken, hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen (NRW) das Ziel formuliert, ein verlässliches Studienangebot für die Katholische Theologie zu schaffen. Dennoch steht der hochschulrechtliche Prozess noch am Anfang, und der Austausch zwischen dem Land NRW und der katholischen Kirche ist noch nicht abgeschlossen.

Unterstützung aus der Kirche

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zeigt sich offen für die Fusionspläne und hält Kontakt zu vatikanischen Behörden. Ein wichtiger Aspekt dieser Gründung ist die Garantie, dass alle Studierenden ihr Studium fortsetzen können und dass es eine Beschäftigungsgarantie für die bisherige Belegschaft gibt. Der geplante Start der neuen Fakultät ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Der Sitz wird in Bochum sein, während die Lehrveranstaltungen auch in Essen stattfinden werden. Julia Enxing, eine Fundamentaltheologin aus Bochum, wird als mögliche Gründungsdekanin gehandelt – ein spannendes Zeichen für die Zukunft der Fakultät!

Aktuell studieren in Bochum 750 Personen Katholische Theologie. Davon sind etwa 200 in einem Vollstudium (Magister/Magistra Theologiae) eingeschrieben. Die Mehrheit der Studierenden strebt einen Bachelor- oder Masterabschluss für das Lehramt an Gymnasien an. Zudem gibt es rund 40 Doktorandinnen und Doktoranden aus dem In- und Ausland, die ihre Promotion in Katholischer Theologie anstreben. Die Fakultät hat sich einen Namen gemacht, insbesondere durch ihre Forschungsstärke, die sich in einer hohen Publikationsdichte in renommierten Verlagen und Zeitschriften widerspiegelt.

Forschung und Lehre im Fokus

Mit einem klaren Forschungsprogramm, das unter dem Motto „Glauben. Denken. Heute.“ steht, zeigt die Fakultät, wie lebendig und dynamisch die Katholische Theologie sein kann. Ein neues Forschungskolleg, das von allen Lehrstühlen getragen wird, ist in Gründung. Die Lehr- und Forschungsstärke basiert auf zwölf Professuren, die alle Bereiche der Theologie abdecken, von Altem und Neuem Testament über Kirchengeschichte bis hin zu Religionspädagogik und Kirchenrecht. Neben diesen Professuren gibt es auch eine Oben Field-Professur für Religionsphilosophie und Wissenschaftstheorie, die das Angebot erweitert.

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Die Fakultät ist nicht nur ein fester Bestandteil der Ruhr-Universität, sondern auch eng mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät verbunden. Die Kooperationen mit den Instituten für Katholische Theologie an der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen sind vertraglich geregelt, was die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert. Am 9. Oktober 2018 wurde eine Verbalnote zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl unterzeichnet, die den Bestand der Fakultät mit zwölf Kernprofessuren sichert, unabhängig von der Ausbildung von Geistlichen. Das stellt einen bedeutenden Durchbruch für die Zukunft der katholischen Theologie an deutschen Universitäten dar.

Die Herausforderung der Studierendenzahlen

Die Entwicklungen in Bochum und Essen sind Teil eines größeren Problems: Die Zahl der Studierenden in der katholischen Theologie hat sich in den letzten sechs Jahren halbiert. Dies ist ein alarmierendes Signal, das nicht nur die Universitäten betrifft, sondern auch die katholische Kirche insgesamt. Eine gemeinsame Fakultät könnte eine Antwort auf die Herausforderungen sein, mit denen die katholische Theologie konfrontiert ist, und gleichzeitig neue Impulse setzen. Die Neugründung könnte dazu beitragen, dass mehr junge Menschen sich für ein Studium der Katholischen Theologie interessieren und die Tradition und Lehre der Kirche neu beleben.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese Pläne entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Studierenden und die Lehre haben werden. Die Hoffnung auf eine blühende Zukunft der Katholischen Theologie bleibt, auch wenn die Herausforderungen groß sind.

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