In Bochum gibt es viel zu entdecken, vor allem wenn es um die Themen Unterdrückungsgeschichte, Feminismus und queere Kämpfe geht. Am zweiten Samstag im Monat – also demnächst am 11.07, 16.08 und 12.09 – laden engagierte Menschen zu einem spannenden Rundgang ein, der durch die Innenstadt und angrenzende Stadtteile führt. Der Fokus liegt auf den Geschichten und Erfahrungen von Menschen, die Widerstand gegen autoritäre Strukturen geleistet haben. Es wird über die Verfolgung von Queers unter Stalin und die sexualisierte Gewalt im Gulag-System gesprochen. An einem Ort, der als „queerfeministische“ Bar bekannt ist, kommen die Teilnehmer zusammen, um über Feminismus, Patriarchat, Anti-Militarismus und Antifaschismus zu diskutieren. Ein brennendes Thema ist auch die Vereinnahmung dieser Kämpfe durch autoritäre Linke.

Die Einladung zur Teilnahme ist klar: Wer sich für anarchistische Perspektiven interessiert, ist herzlich willkommen. Allerdings gibt es Grenzen – Mitglieder autoritärer linker Strukturen sowie faschistischer und trans- und sexarbeiterinnenfeindlicher Gruppen sind nicht willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden für lokale anarchistische Projekte sind jedoch sehr geschätzt. Nach dem Rundgang gibt es die Möglichkeit, bei einem Getränk und veganem Essen über die Perspektiven der anarchistischen Bewegung zu plaudern. Und wenn das Wetter mal nicht mitspielen sollte? Keine Sorge, der Rundgang findet bei fast jedem Wetter statt, solange es nicht zu extrem wird.

Ein Ort der queeren Nachtkultur

Ein bedeutender Punkt des Rundgangs ist die Oval Office Bar, die unter dem Schauspielhaus Bochum zu finden ist. Diese Bar steht nicht nur für queere Nachtkultur, sondern ist auch abgebildet auf der „QueerFeministischen Stadtkarte Bochum“, die im Frühjahr 2025 vom Autonomen QueerFeministischen Referat der RUB veröffentlicht wurde. Die Karte zeigt eine Vielzahl von queeren und feministischen Orten sowie Initiativen in Bochum. In der Oval Office Bar wird eine entspannte Atmosphäre mit rot-pinkem Licht und Musik geboten, die dazu einlädt, sich wohlzufühlen und Kontakte zu knüpfen. Hier gibt es keine Angst vor Diskriminierung – stattdessen wird ein Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft geschaffen.

Die Bar bietet nicht nur Getränke auf Spendenbasis an, sondern auch politische und solidarische Veranstaltungen sowie entspannte Tresenabende. Spiele, Gespräche und eine einladende Gemeinschaft sorgen dafür, dass sich Besucherinnen hier willkommen fühlen – egal, ob sie neu in der Szene sind oder schon lange dabei. So wird die Bar zu einem zentralen Ort für queere Menschen in Bochum, an dem sie sich austauschen und vernetzen können.

Ein Blick in die Geschichte

Bochum hat eine reiche Geschichte in der feministischen und queeren Bewegung, die über die letzten Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Ein ganz wichtiges Archiv in diesem Kontext ist das Queer*feministische Archiv LIESELLE, das seit 45 Jahren Dokumente der autonomen Frauen- und Lesbenbewegung sammelt. Gegründet 1978 an der Ruhr-Universität Bochum, ist LIESELLE das älteste feministische Projekt an der RUB und hat maßgeblich zur Entwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung in Westdeutschland beigetragen. In diesen historischen Räumen finden sich nicht nur einzigartige Quellen, sondern auch eine Fülle an Materialien, die die Geschichte dieser Bewegungen dokumentieren.

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Besonders spannend sind die aktuellen Projekte, wie die Collagearbeit der Künstlerin Julia Lübbecke, die 2022 aus den Archivbeständen entstanden ist. LIESELLE ist offen für alle Interessierten und bietet regelmäßige Öffnungszeiten an, um einen Blick in die bewegte Vergangenheit der feministischen und queeren Kämpfe zu werfen. Wer mehr über die aktuellen Veranstaltungen erfahren möchte, kann den Instagram-Kanal @lieselle_rub besuchen.

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