Am 22. Juni 2026 war es endlich soweit – die feierliche Verleihung des Rita Süssmuth-Forschungspreises fand in Düsseldorf statt, und es wurden bedeutende Leistungen in der Frauen- und Geschlechterforschung gewürdigt. Der Preis, der nach der beeindruckenden Rita Süssmuth benannt ist, einer Pionierin der Geschlechterforschung in Deutschland, wird alle zwei Jahre verliehen und ehrt herausragende Forscherinnen und Forscher, die sich mit Geschlechteraspekten in ihrer Arbeit auseinandersetzen. Ein besonderes Augenmerk galt der Laudatio von Wissenschaftsministerin Ina Brandes, die das Erbe von Süssmuth in den Mittelpunkt stellte.

In diesem Jahr durften sich gleich zwei Wissenschaftlerinnen über die Auszeichnung freuen: Dr. Annika Klanke von der Universität Bielefeld und Prof. Dr. Ulrike Krause von der Universität Münster. Klanke erhielt den Preis in der Kategorie „Impulse“ für ihre spannende Arbeit über feministische Essayistik und deren gesellschaftliche Relevanz. Mit dem Preisgeld plant sie eine internationale Sommerschule, die sich um ihr neues Forschungsprojekt über Literatur und gesellschaftliche Widersprüche dreht – eine tolle Initiative! Krause hingegen wurde in der Kategorie „Forschung plus“ ausgezeichnet, und ihr Fokus liegt auf Geschlecht und Geschlechterverhältnissen im Kontext von Flucht und Gewalt. Ein Thema, das in der aktuellen politischen Lage nicht relevanter sein könnte, betont sie.

Rita Süssmuths Vermächtnis

Rita Süssmuth, die von 1937 bis 2026 lebte, war nicht nur Erziehungswissenschaftlerin, sondern auch Bundesministerin und Bundestagspräsidentin. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, das Bewusstsein für Geschlechterforschung in Deutschland zu schärfen. Ihre Überzeugung für die Gleichbehandlung der Geschlechter war und ist ein kraftvoller Antrieb für viele, die sich in der Wissenschaft engagieren. Der Rita Süssmuth-Forschungspreis würdigt diese Bestrebungen und motiviert zukünftige Generationen, sich mit Geschlechterfragen auseinanderzusetzen.

Die Geschlechterforschung in Nordrhein-Westfalen zeigt sich dabei besonders vielfältig. Sie reicht von theoretischen Analysen bis hin zu anwendungsorientierten Projekten, die sich mit den dringenden Fragen unserer Zeit beschäftigen. Die Preisgelder von 35.000 Euro für die Kategorie „Impulse“ und 70.000 Euro für „Forschung plus“ müssen zudem einen Bezug zur Nachwuchsförderung haben – das ist ein wichtiger Aspekt, um junge Talente in diesem Bereich zu unterstützen.

Ein Blick auf die Gleichstellung

Doch wie sieht die Realität der Gleichstellung in Deutschland aus? Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes besagt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Aber was bedeutet das im Alltag? Tatsächlich zeigt die Hans-Böckler-Stiftung in ihren Forschungen, dass der Gender Pay Gap 2020 immer noch bei 18 % lag – eine Zahl, die sich 2023 nicht verbessert hat. Das ist frustrierend, um es milde auszudrücken. Frauen arbeiten nicht nur durchschnittlich 7,9 Stunden weniger als Männer, sondern tragen auch die Hauptlast der Kinderbetreuung. Es ist nicht zu übersehen, dass Frauen in vielen Haushalten den Alltag organisieren, und das unabhängig davon, ob sie in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten.

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Der Begriff „Mental Load“ beschreibt dabei die unsichtbare Denkarbeit, die Frauen oft übernehmen, wenn es darum geht, den Alltag zu managen. Und ja, das kann ganz schön belastend sein! Auch die Teilnahme an karrierefördernden Weiterbildungen ist für Frauen oft eine Herausforderung, da sie seltener gefördert werden als ihre männlichen Kollegen. Im dualen Ausbildungssystem stellen Frauen nur ein Drittel der Auszubildenden – das sind alarmierende Zahlen, die zum Nachdenken anregen.

Die Corona-Pandemie hat die Gleichstellung zudem zurückgeworfen. Mütter reduzierten häufig ihre Arbeitszeit, während Väter weiterhin in Vollzeit arbeiteten. Es wird höchste Zeit, dass wir über Vorschläge nachdenken, um die Gleichstellung zu verbessern – etwa durch die Reform des Ehegattensplittings, den Ausbau der Kinderbetreuung oder die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle. Denn es liegt an uns, ein Umfeld zu schaffen, in dem Gleichheit nicht nur ein Wort, sondern Realität wird.

Die Forschungsarbeit von Klanke und Krause ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie zeigt, dass Geschlechterforschung nicht nur akademisch ist, sondern auch praktische Relevanz hat. Die Diskussion um Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit bleibt also spannend, und es gibt noch viel zu tun. Vielleicht wird der nächste Rita Süssmuth-Forschungspreis dazu beitragen, diese Themen weiter in den Fokus zu rücken und eine neue Generation von Forscherinnen und Forschern zu inspirieren.

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