Klang der Erinnerungen: Ein Vortrag über das Zuhören und die Gesellschaft
Am Sonntag, dem 26. Juli 2026, wird es im Kunstverein Bielefeld einen ganz besonderen Vortrag geben – und der ist nicht nur irgendein Vortrag, sondern ein Erlebnis, das zum Nachdenken anregt. Brandon LaBelle, ein Künstler, Autor und Theoretiker, wird um 15:00 Uhr das Wort ergreifen. Seine Themen sind tiefgründig: Er erforscht die gesellschaftliche Bedeutung von Klang und die verschiedenen Formen des Zuhörens. Dieses Event ist Teil der Ausstellung „read to/for | I read to sense the doubling of time“, die sich mit den vielschichtigen Aspekten von Erinnerung und Erfahrung auseinandersetzt.
Die Fragen, die LaBelle aufwirft, sind alles andere als trivial: Was enthalten unsere inneren Archive? Wie können wir deren Geschichten lauschen? Es geht um das innere Zuhören, eine Fähigkeit, die es uns ermöglicht, Geschichte und Körpergeschichte auf eine tiefere Weise zu verstehen. Dies ist nicht nur ein Vortrag, sondern eine Einladung, über das eigene innere Archiv nachzudenken. Es geht darum, menschliche Welten durch mehr-als-menschliche Elemente zu hinterfragen – eine spannende Herausforderung!
Workshop zur Klangwahrnehmung
Direkt im Anschluss an den Vortrag, um 16:15 Uhr, findet ein Workshop statt, der sich intensiv mit dem Zuhörenseffekt beschäftigt. Hier wird es um die Einflüsse des Zuhörens auf unser privates und öffentliches Leben gehen. Die Teilnehmer sind eingeladen, die heilenden, aber auch potenziell schädlichen Aspekte des Zuhörens zu erkunden. Durch theoretische Diskussionen und praktische Übungen soll ein besseres Verständnis für die Wirkungen des Zuhörens entwickelt werden. Das klingt nach einer großartigen Gelegenheit, individuelle Erfahrungen zu reflektieren und den gesellschaftlichen Einfluss von Klang und Zuhören zu beleuchten.
Brandon LaBelle bringt eine Fülle von Erfahrung mit. Seine Arbeitsweise ist situativ und kollaborativ, und er hat zahlreiche künstlerische Projekte und Performances im öffentlichen Raum realisiert. Dabei wird er auch nicht müde, politische und poetische Ansätze zu verfolgen, die radikale Gastfreundschaft und kritische Festlichkeit in den Vordergrund stellen. Genau diese Elemente machen die Veranstaltung zu einem Muss für alle, die an Klang, Zuhören und Gemeinschaft interessiert sind.
Die Ausstellung und ihre Hintergründe
Die Ausstellung selbst ist ein Produktions- und Experimentierraum, der installative Setzungen, Lesungen und Performances umfasst. Künstler:innen entwickeln hier sowohl installative als auch textbasierte Beiträge, die in verschiedenen Formaten präsentiert werden. In diesem Kontext wird die Auseinandersetzung mit dem Thema Klang noch spannender. Es ist eine Plattform, die verstummte Stimmen und ungehörte Geschichten hörbar macht, und dies geschieht nicht ohne Grund. Das Heft „Sound|Archive“ legt den Fokus auf die Restitution und Dekolonialisierung von Klangarchiven und kritisiert koloniale Archive. Es fragt nach Zugängen und Praktiken im Umgang mit Klangarchiven und beleuchtet die Bedingungen von Aufzeichnungen und Distributionen kolonialer Tonaufnahmen. Hier wird die vielstimmige Handlungsmacht der marginalisierten Stimmen freigesetzt, was in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung ist.
Was bedeutet das alles für uns? Es stellt sich die Frage, wie wir als Gesellschaft mit den Klängen der Vergangenheit umgehen und wie diese Klänge unser gegenwärtiges Leben beeinflussen. Vielleicht sollten wir uns dem Zuhören mit einer neuen Sensibilität nähern. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir oft mit Lärm und Ablenkung konfrontiert sind, könnte das innere Zuhören eine Art von Rückzugsort bieten.
Für Interessierte und Neugierige gibt es auf der Webseite weitere Informationen, die einen tieferen Einblick in die Themen und Hintergründe bieten. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen und vielleicht die eigene Perspektive zum Thema Klang und Gedächtnis zu erweitern. Wer weiß, was wir alles hören können, wenn wir nur genau genug hinlauschen!
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