Heute ist der 12.05.2026, und wir blicken zurück auf einen der dunkelsten Momente in der Geschichte Bielefelds. Am 18. Mai 2025 geschah ein Anschlag, der bis heute in den Köpfen der Menschen präsent ist. Mahmoud M. (36) stach vor der Bar „Cutie“ auf fünf Fußballfans ein. Vier Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren und eine 26-jährige Frau überlebten den Angriff, teils mit schweren Verletzungen. Der Schock sitzt tief, und die Frage nach den Beweggründen des Täters beschäftigt viele.

Der Mann, der aus Syrien stammt, steht seit Anfang März 2023 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und die Mitgliedschaft in der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vor. Doch was trieb ihn zu dieser grausamen Tat? Während er zunächst schwieg, gestand er später dem psychiatrischen Sachverständigen den Messeranschlag. Der Gutachter beschreibt Mahmoud M. als islamistisch radikalisiert und gewaltbereit – eine Einschätzung, die viele Details in seinem Leben widerspiegelt.

Ein Schatten aus der Vergangenheit

Seine kriminelle Geschichte beginnt nicht erst in Deutschland. Mahmoud M. hat in Syrien offenbar bereits zwei Menschen getötet, darunter seinen eigenen Bruder. Diese Taten sind mehr als nur blutige Erinnerungen; sie scheinen ein Teil seiner Identität zu sein. Laut dem Gutachten ist die islamistisch-dschihadistische Ideologie ein fester Bestandteil seines Wertesystems. In Deutschland wurde seine Radikalisierung durch Isolation, Depressionen und den Konsum von Propagandavideos weiter verstärkt. Die Umstände seiner Kindheit, geprägt von der Zurückweisung durch seine Mutter, haben dazu beigetragen, dass er in einen Strudel aus Gewalt und Extremismus geriet. Es ist kaum zu fassen, dass ein Mensch, der so viel Leid erfahren hat, selbst zu einem Täter wird.

Mahmoud M. hatte den Kontakt zu seinen Kindern wegen seiner Überzeugungen abgebrochen. Der Gutachter stellte fest, dass er kaum Mitgefühl mit seinen Opfern zeigt, was die große Gefahr verdeutlicht, die von ihm ausgeht. Es ist erschreckend, dass er trotz schwieriger Kindheit keine posttraumatische Belastungsstörung aufweist, jedoch seine psychische Lage in Deutschland nach dem Stopp des Familiennachzugs und seiner Arbeitslosigkeit weiter absackte. Die Isolation, die er erlebte, und das verstärkte Konsumieren von islamistischen Inhalten führten zu einem gefährlichen Mix aus Wut und Verzweiflung.

Der Anschlag und seine Folgen

Der Anschlag selbst war brutal und durchgeplant. Zehn Tage vor der Tat hatte er den Angriff beschlossen. Mit einem präparierten Gehstock, in dem ein 18 cm langes Messer versteckt war, ging er auf seine Opfer los und rief während des Angriffs „Allahu Akbar“. Nach der grausamen Tat floh er, wurde jedoch am 19. Mai in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen. Die Bundesanwaltschaft erkennt den Anschlag als islamistisch motivierten Terroranschlag an und klagt Mahmoud M. wegen vierfachen versuchten Mordes.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Überlebenden, darunter eine 27-jährige Taxifahrerin, hatten mit einer Mischung aus Glück und Schicksal überlebt. Die Schockwellen dieser Tat werden wohl noch lange durch die Stadt hallen. Fragen nach der Gesellschaft, nach Integration und nach dem Umgang mit Extremismus sind wichtiger denn je. Während Mahmoud M. seine Taten rechtfertigt und eine vermeintliche Rolle als Immobilienvermittler für den IS reklamieren möchte, bleibt der Schmerz der Opfer und ihrer Familien unvergessen. Der Prozess wird weiterhin von einer tiefen Traurigkeit und einem unaufhörlichen Kampf um Gerechtigkeit begleitet.