Gestern Abend, am 21. Mai, versammelten sich die Fans in der ausverkauften Volkswagen Arena in Wolfsburg, um das erste Relegationsspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn zu verfolgen. Mit über 27.800 Zuschauern war die Stimmung ein wenig wie bei einem Fest – voller Hoffnung, aber auch mit einer Prise Nervosität. Das Spiel endete 0:0 und die Entscheidung über den Aufstieg wird auf das Rückspiel am Montag vertagt. Die Atmosphäre war elektrisierend, die Fans skandierten, schwenkten Schals, und selbst Volkswagen-Chef Oliver Blume ließ es sich nicht nehmen, einen grün-weißen Schal zu schwenken. Ein Bild für die Götter.

Beide Mannschaften waren sichtlich angespannt. Wolfsburg hatte sich in der zweiten Hälfte zwar aufgerappelt und dominierte das Geschehen, doch die wirklich klaren Torchancen blieben aus. Es war fast wie ein Schachspiel, in dem beide Seiten auf der Suche nach einem Vorteil waren, aber sich nicht trauten, das Risiko einzugehen. Die größte Möglichkeit für Paderborn kam in der 84. Minute, als Filip Bilbija einen Heber ansetzte, der von Wolfsburgs Vavro auf der Linie gerettet wurde. In der ersten Halbzeit hingegen hatte Paderborn die besseren Chancen – Santiago Castaneda scheiterte in der 9. Minute, und auch andere Gelegenheiten blieben ungenutzt. Irgendwie schien der Ball einfach nicht ins Netz zu wollen.

Verteidigungsblockade und gelbe Karten

Die Defensive von Paderborn war wie ein massiver Felsblock. Wolfsburg tat sich schwer, durch die kompakte Abwehr zu kommen. Die Schüsse von Denis Vavro und die Angriffe über Joakim Maehle blieben harmlos, und auch der Kopfball von Adam Daghim in der 63. Minute konnte Torwart Dennis Seimen nicht wirklich ins Schwitzen bringen. In der 90. Minute dann der Schock für Paderborn: Jonah Sticker sah die Gelb-Rote Karte und wird im Rückspiel fehlen. Das wird ein herber Verlust sein, denn die Nervosität hatte auch seine Spuren hinterlassen.

Trainer Dieter Hecking von Wolfsburg bezeichnete das Erreichen der Relegation als Erfolg für beide Teams. Schließlich standen die Wölfe bis zum 32. Spieltag auf einem direkten Abstiegsplatz. Paderborn hingegen schaffte erst beim Saisonfinale der zweiten Liga den Sprung auf Platz drei. Es ist also schon eine kleine Sensation, dass sie hier stehen, auch wenn sie sich in Wolfsburg nicht durchsetzen konnten. Die Fans schienen dennoch an den Aufstieg zu glauben. Die Lautstärke in der Arena war beeindruckend, die Spieler wurden förmlich nach vorne gepeitscht.

Die Spannung bleibt bis zum Rückspiel

Die Rückkehr zum Rückspiel am Montag verspricht jede Menge Dramatik. Wolfsburg bleibt zwar Favorit, muss aber auswärts antreten und wird die Abwesenheit von Sticker ausnutzen wollen. In der Relegation gibt es keine Auswärtstorregel, was bedeutet, dass jedes Tor zählt. Sollte es nach 90 Minuten unentschieden stehen, geht es in die Verlängerung und im Zweifel ins Elfmeterschießen. Da wird die Aufregung noch einmal steigen! Die Relegation ist seit 2009 ein emotionales Highlight der Saison, und die Erinnerungen an dramatische Rettungen wie die des VfB Stuttgart oder des HSV schwirren in den Köpfen der Fans herum.

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Die Vorfreude auf das Rückspiel ist groß. Ob Wolfsburg die Nerven behält und sich den Aufstieg sichert oder ob Paderborn die Überraschung gelingt, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die nächste Woche wird für beide Teams und deren Anhänger eine Zerreißprobe werden.