In Wolfsburg wird die Luft dünner. Der VfL steht am Abgrund zur 2. Liga, und der Druck auf Kapitän Christian Eriksen könnte kaum größer sein. Am kommenden Sonntag steht ein entscheidendes Spiel gegen den SC Freiburg auf dem Programm, und eine Niederlage wäre fatal. Eriksen, der mit seinen 149 Länderspielen Dänemarks Rekordnationalspieler ist, hat in der laufenden Saison bereits eine Achterbahnfahrt durchlebt. Der Klassenerhalt in der Bundesliga wäre für ihn wie ein Titelgewinn, und das spürt nicht nur er, sondern auch die treuen Fans des Vereins.
Die Gründe für die katastrophale Saison sind vielfältig: Zu viele Gegentore, personelle Veränderungen, und ein bisschen Pech haben das Team in die aktuelle Lage gebracht. Eriksen hat gleich drei Trainerwechsel miterlebt, was für ihn eine völlig neue Erfahrung darstellt. Dennoch beschreibt er den Wechsel nach Wolfsburg als positiv, da er hier regelmäßig spielt und somit auch für die dänische Nationalmannschaft in Form bleiben kann. Er bleibt optimistisch, dass die Mannschaft den Abstieg vermeiden kann, schließlich hat er gesehen, wie andere Teams in ähnlichen Situationen kämpfen.
Ein Team im Umbruch
Der VfL Wolfsburg plant, sich aus der aktuellen Krise zu befreien und hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens einen anderen Verein zu überholen, um die Relegationsspiele zu erreichen. Eriksen glaubt fest daran, dass die Mannschaft die Qualität hat, um den Klassenerhalt zu sichern. „Die Saison ist noch nicht vorbei, und wir haben die Möglichkeit, etwas Gutes zu erreichen“, so Eriksen. Statistisch gesehen spielt der Verein die schlechteste Saison in der Bundesliga-Geschichte, doch der Kapitän sieht Fortschritte, insbesondere unter Trainer Daniel Bauer.
Mit jedem Punkt, den das Team sammelt, wächst das Selbstvertrauen. Eriksen hebt die Harmonie zwischen ihm und seinem Mitspieler Maximilian Arnold hervor und betont, dass er versucht, mit seiner Erfahrung den jüngeren Spielern zu helfen. Das Spiel gegen den FC Augsburg wird als Schlüsselspiel im Abstiegskampf betrachtet, und der Druck ist enorm, aber Eriksen bleibt optimistisch. Er vergleicht den Abstiegskampf mit dem Kampf um Titel und sieht große Parallelen.
Ein Leben nach dem Fußball
Christian Eriksen hat einen klaren Fokus auf seine Karriere und plant, solange Fußball zu spielen, wie er sich frisch fühlt. Mit 40 Jahren könnte er sich allerdings nicht mehr auf dem Platz sehen. Er hat die WM 2022 mit Dänemark verpasst und ist sich bewusst, dass die Zeit drängt, um an weiteren großen Wettbewerben teilzunehmen. Sein Ziel ist es, an der EM in zwei Jahren teilzunehmen. „Ich bin stolz auf meine Karriere, aber ich möchte weiterhin in großen Wettbewerben spielen“, äußert er.
Abseits des Platzes spielt die Familie eine zentrale Rolle in Eriksens Leben. Sie unterstützt ihn in Wolfsburg, wo er sich sehr willkommen fühlt. Die Bundesliga beschreibt er als offenen Wettbewerb mit einer hohen Spielintensität, und auch wenn er mit seinem Deutsch noch zu kämpfen hat, gönnt er sich nach den Spielen gerne eine Currywurst. In der kommenden Woche wird er in einem spannenden Duell gegen seinen ehemaligen Mitspieler Harry Kane antreten, was für ihn eine besondere Herausforderung darstellt.
Eriksen bleibt ein bodenständiger Mensch, sowohl auf als auch außerhalb des Platzes, und trotz der Herausforderungen, die die Saison mit sich bringt, strahlt er Optimismus und Entschlossenheit aus. Der VfL Wolfsburg hat noch eine letzte Chance, sich aus der Abstiegszone zu befreien, und mit Eriksen an der Spitze bleibt die Hoffnung auf eine Wende im Abstiegskampf lebendig.