Das Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV im Januar war nicht nur ein sportliches Spektakel, sondern entpuppte sich auch als ein regelrechtes Pyrotechnik-Spektakel. Die Fans beider Clubs zündeten massive Feuerwerkskörper, was leider zu einer starken Rauchentwicklung führte. Die zweite Halbzeit musste fast sechs Minuten später angepfiffen werden – die Sicht war einfach zu schlecht! Was für ein Auftritt!

Nun hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Konsequenzen gezogen und hohe Geldstrafen verhängt. Der Hamburger SV muss 253.000 Euro zahlen, während der FC St. Pauli mit einer Strafe von 359.000 Euro davonkommt. Eine Summe, die sich gewaschen hat und die bei beiden Klubs sicherlich für Stirnrunzeln sorgt. Doch es gibt einen Lichtblick: Beide Vereine dürfen Teile der Strafe für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden – der HSV kann 84.300 Euro und St. Pauli 120.000 Euro für solche Maßnahmen aufwenden. Ein positiver Ansatz, um die Sicherheit in den Stadien zu erhöhen.

Ein tieferer Blick auf die Strafen

Insgesamt müssen die beiden Clubs also mehr als eine halbe Million Euro zahlen. Das ist nicht nur viel Geld, sondern auch ein deutliches Signal des DFB. Die langfristige Strategie des DFB, die auf Geldstrafen setzt, hat sich in den letzten Jahren als recht effektiv erwiesen. Seit der Saison 2018/2019 sind die Strafgelder mehr als doppelt so hoch geworden. Allein in der Saison 2022/2023 gab es fast 300 Verfahren mit Strafen von insgesamt 7.369.400 Euro. Dabei bleibt die Frage, ob diese hohen Strafen tatsächlich eine Wirkung zeigen. Die Soziologin Stephanie Moldenhauer hat bereits angemerkt, dass es keinen Rückgang von Pyrotechnik in den Stadien zu beobachten sei. Irgendwie ironisch, oder?

Die Diskussion rund um die Pyrotechnik ist ein kontroverses Thema. Viele Fans sehen sie als einen Teil der Fußballkultur an. Anders Kjellevold von der „Norsk Supporterallianse“ fordert eine Akzeptanz von Pyrotechnik und schlägt vor, die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. In Norwegen gibt es bereits ein Pilotprojekt zur Legalisierung von Pyrotechnik in den ersten beiden Ligen, das unter strengen Auflagen durchgeführt wird. Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, eine Vorab-Schulung absolvieren und nüchtern bleiben. Ein Schritt in die richtige Richtung? Vielleicht.

Die Zukunft der Pyrotechnik im Fußball

Die Erfahrungen aus dem norwegischen Modell sollen bis Ende der Saison 2025 ausgewertet werden. Ob der DFB aus diesen Erkenntnissen lernen kann, bleibt abzuwarten. Momentan sieht der Verband in einer eingeschränkten Erlaubnis für Pyrotechnik keine Lösung und betont den hohen Abstimmungsbedarf zwischen Veranstaltern, Behörden und Fans. Die hohen Strafen können zudem die Existenz mancher Klubs gefährden, wie zuletzt beim Chemnitzer FC deutlich wurde.

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Die Diskussion über Pyrotechnik wird uns also noch lange begleiten. Während die Strafen für die Vereine steigen und die Debatte über die Sicherheit in den Stadien weitergeht, bleibt die Frage im Raum: Wie kann man die Leidenschaft der Fans mit der Sicherheit im Stadion in Einklang bringen? Es bleibt spannend!