Am 12. Juni 2026 fand im Gorch-Fock-Haus in Wilhelmshaven eine spannende Veranstaltung statt. Dr. Benni Thiebes, der Geschäftsführer des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV), war eingeladen, um über die Widerstandsfähigkeit Deutschlands gegenüber Krisen und Katastrophen zu sprechen. Die Atmosphäre war gespannt, als er die Herausforderungen benannte, die auf uns zukommen könnten. Besonders der GSP-Sektionsleiter Berend Burwitz hob die Bedeutung der zivilen Verteidigung hervor. In Zeiten, in denen Bedrohungen durch Länder wie Russland immer präsenter werden, ist es unerlässlich, dass wir uns vorbereiten.

Dr. Thiebes plädierte für eine moderne Sicherheitsarchitektur, die auf Resilienz und nachhaltiger Vorsorge basiert. Dabei ging es ihm nicht nur um Naturkatastrophen, sondern auch um die Möglichkeit kriegerischer Konflikte. Der DKKV, gegründet 1990 auf Initiative von Hans-Dietrich Genscher, hat sich auf Prävention, Risikokommunikation und Wiederaufbau spezialisiert. Doch wie steht es um die Nachbarschaftshilfe? Diese wird als wichtig erachtet, aber ihre Bedeutung nimmt ab, was in Situationen wie Stromausfällen fatale Folgen haben kann.

Risikokultur und das Sendai-Rahmenwerk

Ein zentraler Punkt von Dr. Thiebes‘ Vortrag war die Notwendigkeit einer „Risikokultur“. Das Sendai-Rahmenwerk der Vereinten Nationen zur Katastrophenvorsorge bietet hierbei wichtige Ansätze: Risiken verstehen, Daten teilen, Zuständigkeiten klären, Prävention fördern und den Wiederaufbau verbessern. Diese Aspekte sind nicht nur theoretischer Natur, sie sind essenziell für das Überleben in Krisenzeiten. Ehrenamtliche Arbeit ist dabei von zentraler Bedeutung. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass der Föderalismus in Deutschland die Umsetzung solcher Initiativen erschwert.

Ein weiterer Vorschlag von Dr. Thiebes war der Aufbau lokaler, unabhängiger Zentren für Katastrophenvorsorge. Diese könnten helfen, Doppelungen zu vermeiden und eine effizientere Vorbereitung auf Notfälle zu ermöglichen. Mit persönlichen Erlebnissen, wie einem stromfreien Abend, illustrierte er, wie wichtig es ist, sich mit solchen Szenarien auseinanderzusetzen. Denn Katastrophen können Solidarität freisetzen und gemeinsames Engagement fördern. Doch genau hier liegt auch eine der größten Gefahren: der Verlust an gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Fragen zur Vorsorge und aktuellen Initiativen

Im Laufe der Veranstaltung wurden viele Fragen aufgeworfen, die das Publikum beschäftigten: Wie können wir uns besser auf Stromausfälle vorbereiten? Was wird aktuell im Bevölkerungsschutz unternommen? Die Antworten sind nicht immer klar und oft bleibt das Gefühl, dass wir noch viele Schritte vor uns haben. Aber Dr. Thiebes ermutigte, die Herausforderungen nicht zu scheuen und aktiv an der Gestaltung unserer Resilienz zu arbeiten. Es liegt an uns, eine Gemeinschaft zu bilden, die sich gegenseitig unterstützt und vorbereitet ist.

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So bleibt der Gedanke, dass wir nicht in Angst leben müssen, sondern in dem Wissen, dass wir gemeinsam stark sind. In Zeiten, in denen die Unsicherheit groß ist, kann die Nähe zu unseren Nachbarn und die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe ein entscheidender Faktor sein. Denn letztlich sind es die kleinen Dinge, die uns in Krisenzeiten zusammenhalten – ein Gespräch, eine helfende Hand oder einfach nur das Gefühl, nicht allein zu sein.