In der Wesermarsch zeigt sich ein spannender Trend in der Welt der Energiespeicherung: Im ersten Quartal 2023 wurden beeindruckende zwei Drittel mehr Batteriespeicher errichtet als im Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Interesse an nachhaltigen Energiequellen wider, denn von Januar bis März wurden rund 2 Millionen Kilowattstunden (2 Gigawattstunden) an Speicherkapazität neu in Betrieb genommen. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), der diese Zahlen auf Basis der Bundesnetzagentur veröffentlicht hat, ist der gesamte Bestand an Batteriespeichern mittlerweile auf etwa 28 Gigawattstunden angewachsen, verteilt auf 2,5 Millionen Anlagen.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieses Wachstums ist, dass über eine Gigawattstunde des Zubaus im ersten Quartal auf Großspeicher mit Kapazitäten von mehr als einer Megawattstunde entfiel. Dies entspricht einer Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr. Währenddessen stagnierte der Zubau im Bereich der Heimspeicher, die Kapazitäten von 5 bis 20 Kilowattstunden haben, bei rund 0,74 Gigawatt. Die installierte Gesamtkapazität entspricht dem durchschnittlichen Tagesstromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten in Deutschland und könnte witterungsbedingte Schwankungen bei der Produktion von Solar- und Windstrom ausgleichen.

Herausforderungen und Chancen für Batteriespeicher

BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig hat jedoch Bedenken geäußert, was die gegenwärtigen Gesetzespläne des Bundeswirtschaftsministeriums angeht. Er warnt, dass Batteriespeicher in Kraftwerksauktionen durch ungeeignete Ausschreibungskriterien benachteiligt werden könnten. Körnig betont die Notwendigkeit, Speicher gezielt zu stärken, da sie ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem sind. In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass die Genehmigung des Eigentums eines Netzbetreibers an Energiespeicheranlagen durch die Bundesnetzagentur geregelt wird, wie im § 11b Abs. 1 EnWG festgelegt.

Hierbei gibt es zwei Fälle für Genehmigungen: einerseits die Genehmigung nach einem erfolglosen Markttest, bei dem die Bundesnetzagentur erforderliche Nachweise prüft, und andererseits die Genehmigung für vollständig integrierte Netzkomponenten (VINK). Letzteres kann ohne Markttest genehmigt werden, wenn es sich um eine Netzkomponente handelt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Batteriespeicher keine VINK sein können, was eine Entscheidung der Bundesnetzagentur vom 24. Juli 2025 bekräftigt hat.

Ein Blick in die Zukunft der Batteriespeicher

Die Zukunft der Batteriespeicher in Deutschland sieht vielversprechend aus: Der Bestand an stationären Batteriespeichern wuchs 2024 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 50 Prozent. Anfang Januar 2024 waren bereits 18,2 Gigawattstunden an Batteriespeichern gemeldet, dazu zählen 15,8 GWh Heimspeicher, 2,8 GWh Großspeicher und 775 MWh Gewerbespeicher. Heimspeicher werden hauptsächlich zur Erhöhung der solaren Eigennutzungsquote eingesetzt, während Gewerbespeicher zur Lastspitzenkappung und Schnellladung von Elektrofahrzeugen dienen. Großspeicher hingegen werden zunehmend für den Stromhandel genutzt und könnten in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Integration von Photovoltaik- und Windparks spielen.

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Die Entwicklung der Leistung und Kapazität von Stromspeichern ist ein entscheidender Faktor: Während früher Batterien als Ein-Stunden-Systeme konzipiert wurden, stehen heute Vier-Stunden-Systeme im Fokus, die eine längere Speicherung erneuerbarer Energien ermöglichen. Ein Beispiel für diese Fortschritte ist der größte Batteriespeicher Deutschlands, der im März 2025 in Bollingstedt (Schleswig-Holstein) ans Netz ging und eine beeindruckende Leistung von 103,5 Megawatt sowie eine Kapazität von 238 Megawattstunden aufweist.

Insgesamt wird der Bau von Stromspeichern durch die Stromspeicher-Strategie des BMWE unterstützt, auch wenn es derzeit keine staatliche Förderung für den Bau gibt. Die Entwicklungen im Bereich der Batteriespeicher sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft, und die Wesermarsch spielt dabei eine aktive Rolle. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Sektor weiterentwickeln wird und welche neuen Möglichkeiten sich daraus ergeben.