In der Wesermarsch sorgt eine überraschende Diskrepanz in der neuesten Waffenbilanz für Aufsehen. Laut den offiziellen Angaben waren im Jahr 2025 insgesamt 6381 Waffen registriert. Die meisten dieser Waffen gehörten Jägern, Sportschützen und Sammlern. Doch eine interne Prüfung offenbarte, dass tatsächlich 5000 Waffen fehlten, was auf einen Übertragungsfehler zurückzuführen ist. Die vorherige Bilanz für 2024 nannte mehr als 11.000 registrierte Waffen, was sich nun als Fehler herausgestellt hat. Diese Prüfung bestätigte, dass die 5000 Waffen nie im Privatbesitz existierten. Das deutsche Waffenrecht ist eines der strengsten weltweit; Bewerber müssen Zuverlässigkeit, Sachkunde und ein persönliches Bedürfnis nachweisen.
Die Abteilung für Sicherheit, Ordnung und Straßenverkehr im Landkreis Wesermarsch hat die Verantwortung, die Einhaltung der Vorschriften regelmäßig zu kontrollieren. Bei diesen Kontrollen wurden auch Verstöße festgestellt, darunter unsachgemäße Lagerung von Waffen. Solche Verstöße können mit Geldbußen bis zu 10.000 Euro geahndet werden, während vorsätzliche Verstöße sogar mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden können. Die Waffenbesitzkarte ermöglicht den Zugang zu verschiedenen Schusswaffen, abhängig vom nachgewiesenen persönlichen Bedürfnis. Erlaubte Waffen reichen von kleinkalibrigen Pistolen bis zu großkalibrigen Gewehren und speziellen Modellen. Der Kreisjägermeister der Wesermarsch betont, dass die Jägerschaft in der Region verantwortungsbewusst mit Waffen umgeht und Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Aktuelle Trends in der Waffenkriminalität
<pAm 14. Juli 2025 veröffentlichte das Bundeskriminalamt (BKA) das Bundeslagebild Waffenkriminalität für das Jahr 2024. Die Statistik zeigt einen Rückgang der Verstöße gegen das Waffengesetz (WaffG) um 0,8% auf 35.511 Fälle. Auch die Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG) sind um 3,2% auf 545 Fälle gesunken. Allerdings gab es gleichzeitig einen Anstieg der Verwendung von Schusswaffen um 5%. So wurden 4.685 Fälle mit Drohung durch Schusswaffe (+6,0%) und 4.775 Fälle mit Schusswaffengebrauch (+1,9%) verzeichnet. Dieser Anstieg in der Nutzung von Schusswaffen ist bemerkenswert, da er in nur 0,16% der insgesamt erfassten Straftaten auftritt.
Ein besorgniserregender Trend ist der Anstieg des Anteils nicht-deutscher Tatverdächtiger, der auf 32,8% gestiegen ist. Das BKA unterscheidet dabei nicht zwischen legalen und illegalen Waffen in der Statistik, was zu Forderungen nach einer differenzierteren Erfassung der Waffenart und Herkunft führt. Trotz der Rückgänge bei den Verstößen gibt es eine rückläufige Zahl privater Waffenbesitzer, während die Verstöße ansteigen. Besonders alarmierend ist der Anstieg identifizierter organisierter Gruppierungen im Waffenhandel, von vier im Jahr 2023 auf neun im Jahr 2024.
Herausforderungen und Zukunftsausblick
Das Bundeskriminalamt erkennt an, dass die meisten Verstöße wahrscheinlich illegalen Erwerb, Besitz, Führen und Einfuhr von Waffen betreffen. Herausforderungen bei der Bekämpfung der Waffenkriminalität sind die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen aus Krisen- und Kriegsgebieten sowie die illegale Herstellung und Umbau von Schusswaffen. Die Nutzung des Internets für waffenbezogene Delikte und die Zunahme der 3D-Druck-Waffenherstellung stellen zusätzliche Herausforderungen dar.
Innenministerin Nancy Faeser hat mit Waffengesetzverschärfungen auf die Situation reagiert, die sich jedoch hauptsächlich gegen Legalwaffenbesitzer richten. Die jährliche Veröffentlichung des Bundeslagebildes führt oft zu emotionalisierten Reaktionen in der Öffentlichkeit, und es gibt Kritik an der pauschalen Verbindung der Waffenbranche mit kriminellen Strukturen. Die Forderung an die Bundesregierung, statistische Missstände anzuerkennen und präzisere Erhebungen durchzuführen, wird immer lauter. In der Wesermarsch bleibt die Diskussion um den verantwortungsvollen Umgang mit Waffen und die Sicherheit in der Region von großer Bedeutung.
Für weitere Informationen können Sie den Artikel auf NWZonline und die Veröffentlichung des BKA auf VDB-Waffen einsehen.
Das Bundeslagebild Waffenkriminalität ist auf der Webseite des BZL verfügbar.