Es ist 21 Uhr in Nordenham, der Himmel ist schwarz und die Lichter der Stadt funkeln wie kleine Sterne im Dunkeln. Vor dem Bahnhof stehen zehn Taxifahrer, geduldig und erwartungsvoll, auf der Suche nach dem nächsten Fahrgast. An einem dieser Fahrzeuge sitzt Ferhat Aksoy, 33 Jahre alt, der seine Nachtschicht bei Taxi Bulli antritt. Nebenbei arbeitet er als CNC-Fräser – ein echter Alleskönner, der versucht, mit dem zusätzlichen Geld seine kleine Familie zu unterstützen. Seine zweijährige Tochter ist sein größter Stolz, und in Einswarden, wo er aufgewachsen ist, hat er seine Wurzeln.

Ferhat hat die Menschen, die er fährt, gut im Griff. Die meisten seiner Kunden sind nett und redselig. „Das macht die Fahrten einfach angenehmer!“, sagt er und grinst. Gerade hat er einen neuen Auftrag über das Funkgerät erhalten: „Fahrt zur Nordseeallee 35 in Tossens.“ Auf dem Weg dorthin spielt er Musik, um die Stimmung aufzulockern. Gesellige Fahrgäste sind ihm am liebsten; nichts ist schlimmer als ein stiller Mitreisender, der in Gedanken versunken ist.

Die Herausforderungen eines Taxifahrers

Doch der Beruf hat seine Tücken. Ferhat hat festgestellt, dass das Kundenaufkommen ab Mitte des Monats abnimmt – und das nicht ohne Grund. Die hohen Spritpreise und weniger Geld bei den Kunden machen es ihm nicht leicht. „Die Leute sind einfach weniger unterwegs, wenn das Geld knapp ist“, erklärt er nachdenklich. Trotzdem gibt es immer wieder verrückte Geschichten, die er bei Stadtfesten erlebt hat. Eine besonders amüsante, aber auch peinliche Anekdote war, als er während einer Fahrt dringend zur Toilette musste. „Das war ein Abenteuer für sich!“, lacht er.

Die Bezahlung für Taxifahrer variiert stark, abhängig von Bundesland und Arbeitsvertrag. In Deutschland liegt der Mindestlohn für Taxifahrer bei 13,90 Euro brutto pro Stunde (Stand: Januar 2026). Das Gehalt kann zwischen 26.200 Euro und 37.200 Euro brutto jährlich schwanken, je nach Erfahrung und Standort. In Städten mit viel Verkehr, wie etwa bei Hotspots an Bahnhöfen oder Flughäfen, kann man durchaus lukrative Einnahmen erzielen. Trinkgelder sind dabei das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf dem Gehalt, werden aber oft nicht in die Durchschnittswerte eingerechnet.

Ein Leben zwischen Fahrgästen

Um 22.45 Uhr bringt Ferhat einen Hotelmitarbeiter nach Nordenham. „Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands“, begrüßt er ihn mit einem charmanten Lächeln. Es ist der klassische Moment, in dem man als Taxifahrer den Puls der Stadt spürt. Hier, mitten im Geschehen, transportieren er und seine Kollegen viele Menschen, besonders bei schwerem Gepäck oder wenn die öffentlichen Verkehrsmittel überfüllt sind. Ein gewisses Risiko bleibt, denn viele selbstständige Taxifahrer müssen für ihr Fahrzeug, die Versicherungen und die Taxikonzession selbst aufkommen.

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Die Anforderungen sind nicht zu unterschätzen: Mindestalter von 21 Jahren, mindestens zwei Jahre Führerschein Klasse B und ein Personenbeförderungsschein (P-Schein) sind Pflicht. So wird die Sicherheit für Fahrgäste und Fahrer gleichermaßen gewährleistet. Ein vereinbarter Stundenlohn kann für die Einkommensplanung mehr Sicherheit bieten, aber selbst in diesem Beruf gibt es immer wieder Herausforderungen. Die Gehälter hängen stark von den Fahrgastzahlen ab, und Ferhat weiß das nur zu gut.

Wie viele seiner Kollegen lebt auch er von der Hoffnung, dass die Fahrten bald wieder zunehmen werden. In einer Stadt wie Nordenham, wo die Abende ruhig beginnen und die Nächte voller Geschichten stecken, bleibt er optimistisch. Und während die Sterne über ihm funkeln, denkt er an die nächsten Fahrgäste, die ihm vielleicht ein weiteres Abenteuer bescheren werden.

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