Der 28-jährige Arda Saatçi aus Berlin hat sich auf ein gewaltiges Abenteuer eingelassen: In 96 Stunden wollte er 600 Kilometer durch die USA zurücklegen, vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles. Doch wie das Leben so spielt, kam es anders. Am Ende der quälenden Stunden, in denen Hitze, Erschöpfung und Schlafmangel seine ständigen Begleiter waren, hat er 458 Kilometer geschafft. Das sind 142 Kilometer weniger als geplant. Irgendwie schade, denkt man sich. Doch anstatt in die Knie zu gehen, zeigte sich Saatçi kämpferisch und verkündete, dass er bis zum Ziel weiterlaufen möchte.

Dieses Projekt, das unter dem Namen „Ultra 600“ läuft, zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Ultra-Running-Szene auf sich, sondern wird auch live von Tausenden Menschen im Stream verfolgt. Da ist es kein Wunder, dass er auf YouTube rund 1,3 Millionen Follower und auf Instagram etwa 1,7 Millionen Anhänger hat. Seine Fans waren mit ihm, als er in der unerbittlichen Hitze von bis zu 50 Grad Celsius die Wüstenstraßen bewältigte. Sie spürten den Schweiß, den er vergoss, konnten die Hitze und die Herausforderungen, die mit einem solchen Extrem-Lauf einhergehen, fast nachempfinden.

Ein Tag im Death Valley

Stellen wir uns mal vor, wie es ist, im Badwater Basin zu starten, dem tiefsten Punkt der USA. Ein Ort, an dem die Sonne gnadenlos brennt und die Luft wie ein Föhn wirkt. Vor dem Lauf hatte Saatçi ein großes Team um sich, bestehend aus Freunden, einem Physiotherapeuten und anderen Läufern, die im Schichtdienst für ihn den Weg freihielten. Man könnte sagen, ohne diesen Rückhalt wäre die Sache noch viel härter geworden. Außerdem hat er sich mit einer riesigen Menge an Lebensmitteln eingedeckt – das ist ja auch wichtig, denn der Körper braucht während solcher Belastungen ordentlich Sprit.

Der Lauf ist nicht nur körperlich eine Herausforderung. Der Kopf spielt da auch eine große Rolle. Ständig muss Saatçi gegen die mentalen Hürden ankämpfen, die ihn in den Wahnsinn treiben könnten. Die Strecke ist geprägt von endlosen Wüstenstraßen und zahlreichen Höhenmetern, die jeden Schritt zur Tortur werden lassen. Und die Hitze? Die ist einfach unbarmherzig. Das hört man oft von Ultramarathonläufern, dass sie nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche trainieren müssen. Das ist eine ganz andere Liga!

Die Schattenseiten des Extremsports

Immer mehr Menschen, auch die Jüngeren, interessieren sich für solche Extremleistungen. Vielleicht ein wenig zu sehr, wenn man bedenkt, dass Ultramarathons über 100 Kilometer nicht ganz ohne Risiken sind. Wissenschaftler und Sportmediziner werfen einen genauen Blick auf die Auswirkungen solcher Läufe auf den Körper. Muskulatur, Gelenke, Herz-Kreislauf-System – all das wird enorm beansprucht. Kreatinkinase, Troponinwerte, und all die anderen Fachbegriffe – die sind für die meisten von uns nur schwer greifbar. Aber das, was sie beschreiben, ist klar: Ultramarathonläufe sind keine Spaziergänge im Park.

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Die gesundheitlichen Risiken sind real. Nieren, die unter der Filtration von Muskelabbauprodukten leiden, ein geschwächtes Immunsystem nach dem Lauf – das sind nur einige der Herausforderungen, die auf Athleten zukommen. Das sollte man sich immer vor Augen halten, wenn man sich in die Ultramarathon-Welt wagt. Vor allem für Freizeitsportler, die vielleicht nicht das nötige Training oder die Vorbereitung haben, kann das schnell gefährlich werden. Und das ist nicht nur ein bisschen gefährlich – das kann ernsthafte Folgen haben.

Am 15. Mai wird Saatçi in seiner Heimat Berlin erwartet. Ob er dann von seinem Abenteuer erzählen kann oder ob er einfach nur erschöpft und voller Geschichten zurückkommt – das bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Faszination für Extremsport bleibt. Ob man selbst laufen möchte oder einfach nur zuschaut, der Nervenkitzel ist garantiert.