Verden – der Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette nimmt Fahrt auf. Die 67-Jährige steht wegen schweren Raubes und Verstößen gegen Waffengesetze vor Gericht. Seit März 2025 wird sie in Niedersachsen angeklagt, gemeinsam mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, die zwischen 1999 und 2016 eine beachtliche Beute von über 2,7 Millionen Euro erbeutet haben sollen. Die Taten fanden in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein statt – ganz schön weit gefasst, könnte man sagen. Fünf der Überfälle sind nicht mehr verfolgbar, da sie bei einer möglichen Verurteilung nicht ins Gewicht fallen. Aber der Rest – insgesamt acht Überfälle – sorgt für ordentlich Zündstoff im Gerichtssaal.
Klette hat sich entschlossen, ihre Verteidigungsrede selbst zu halten. Das lässt aufhorchen! In einer Zeit, in der Anwälte oft das Wort führen, scheint Klette sich nicht scheuen zu wollen, ihre Sicht der Dinge zu präsentieren. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft wegen versuchten Mordes, schweren bandenmäßigen Raubes und Verstößen gegen Waffengesetze. Ein Plädoyer eines Anwalts, der einst für einen Geldtransporterfahrer tätig war, wird ebenfalls erwartet. Das klingt nach einer schillernden Verhandlung, wo die Fronten klar abgesteckt sind und die Debatten hitzig werden könnten.
Die Schüsse in Stuhr
Ein besonders brisanter Vorfall spielt sich in Stuhr ab, wo am 6. Juni 2015 Schüsse fielen. Die Staatsanwaltschaft wertet diesen Überfall als versuchten Mord, während das Gericht eine andere Sichtweise hat. In solchen Momenten wird deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven auf ein und dasselbe Geschehen sein können. Aber zurück zu Klette und ihrem Team: Garweg und Staub sind nach wie vor auf der Flucht. Das lässt einen doch ins Grübeln kommen, was die beiden wohl in der Zwischenzeit treiben. Es ist fast wie in einem Krimi – nur ist es Realität.
Ein Blick auf die Kriminalitätsstatistik
Interessant ist auch, wie diese Fälle in den Kontext der allgemeinen Kriminalitätsentwicklung in Deutschland passen. 2022 wurden rund 1,78 Millionen Diebstähle polizeilich erfasst, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Raubdelikte – dazu zählen auch die Überfälle, um die es hier geht – lagen bei über 38.000 Fällen. Wenn man das vor dem Hintergrund betrachtet, dass die Zahl der Raubmorde in den letzten 20 Jahren halbiert wurde, wird klar: Kriminalität hat viele Facetten. Der Raubüberfall auf Geldinstitute ist mit 42 Fällen zwar vergleichsweise gering, aber dennoch ein ernstes Thema, das die Gesellschaft beschäftigt.
Die Aufklärungsquote bei Raubdelikten liegt bei knapp 60%. Für Daniela Klette könnte das bedeuten, dass die Chancen für eine Verurteilung relativ hoch stehen, wenn man die Beweislage berücksichtigt. Die Nebenklage plädiert ebenfalls für lange Haftstrafen. Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie sich die Plädoyers entwickeln und welche Wendungen der Prozess noch nehmen wird. Ein durchaus spannendes Kapitel in der deutschen Justizgeschichte, das wir hier live verfolgen dürfen!