Heute ist der 3.05.2026 und wir blicken nach Vechta, wo ein Streit um die Eintragung von Ausbildungsverträgen die Gemüter erhitzt. Höffmann Reisen, ein traditionsreiches Reiseunternehmen, hat die Geduld verloren. Seniorchef Hans Höffmann ist sichtlich verärgert über die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK), die seiner Meinung nach nicht nur ignoriert, sondern auch schikaniert. Zwei neue Ausbildungsverträge, die seit Februar zur Eintragung vorliegen, sind nach wie vor nicht bearbeitet. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern hat auch handfeste finanzielle Folgen für die betroffenen Familien, die auf Kindergeld angewiesen sind – und ohne die Bestätigung der IHK bleibt das aus.
Die IHK hat zunächst technische Probleme als Grund für die Verzögerung angeführt, später dann behauptet, die Teilnahme der Auszubildenden am Berufsschulunterricht sei unzureichend. Höffmann weist diese Darstellung entschieden zurück. Seine Argumentation? Der Praxiseinsatz sei schließlich ein elementarer Bestandteil der Ausbildung, und alles sei mit den Berufsschulen klar abgestimmt. „Wo sind die Anforderungen, die wir nicht erfüllt haben?“, fragt er. Ein berechtigter Wunsch nach Transparenz, schließlich bildet Höffmann Reisen seit 37 Jahren aus und hat über 100 Auszubildende erfolgreich in die Berufswelt entlassen.
Die Bedeutung der IHK und Ausbildungsorganisation
Die IHKs spielen eine wichtige Rolle in der Ausbildung junger Menschen. Sie bieten nicht nur praxisnahe Musterverträge an, die rechtlich geprüft sind und die Organisation der Ausbildung erleichtern, sondern auch umfassende Informationen zur Vertragsgestaltung und zu rechtlichen Vorgaben. So ist beispielsweise der Muster Berufsausbildungsvertrag seit September 2025 in einer aktualisierten Fassung verfügbar. Dies alles soll dafür sorgen, dass Ausbildungsprozesse reibungslos ablaufen. Doch wenn die IHK selbst durch Verzögerungen in der Bearbeitung für Frustration sorgt, stehen die Ausbildungsbetriebe und vor allem die Auszubildenden im Regen.
Höffmann Reisen hat nicht nur die besten Auszubildenden im Bereich der Touristenkaufleute im gesamten Kammerbezirk vorzuweisen, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, junge Talente zu fördern. Die momentane Hinhaltetaktik der IHK könnte nicht nur die Unternehmensentwicklung gefährden, sondern auch die Zukunft junger Menschen, die auf eine fundierte Ausbildung angewiesen sind. Was ist da schiefgelaufen? Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation bald klärt und die Auszubildenden nicht länger auf ihre Bestätigung warten müssen. In einer Zeit, in der Fachkräfte dringend benötigt werden, ist es umso wichtiger, die Weichen für die nächste Generation rechtzeitig zu stellen.