Heute ist der 27.04.2026 und die Universität Vechta hat ihre Pforten für eine ganz besondere Veranstaltung geöffnet: die Masterforschungstagung im Bereich Soziale Arbeit. Im kleinen Musiksaal der Universität versammelten sich Studierende, Lehrende und Interessierte, um die Ergebnisse von Forschungsprojekten und Praxisbeobachtungen zu diskutieren. Organisiert wurde diese Tagung von Studierenden des ersten und dritten Fachsemesters, die damit einen zentralen Bestandteil ihres Masterstudiengangs präsentierten.
Die Tagung zielte darauf ab, die Ergebnisse der Forschungsprojekte des dritten Fachsemesters vorzustellen und gleichzeitig die Praxisbeobachtungen des ersten Fachsemesters zur Diskussion zu stellen. In einem Zeitraum von 16 Monaten haben die Studierenden intensiv im Bereich Sozialforschung gearbeitet und ihre Kenntnisse vertieft. Die präsentierten Projekte boten spannende Einblicke in verschiedene Facetten der Sozialen Arbeit, darunter:
- Der Einfluss biographischer Orientierungen auf das professionelle Selbstverständnis und die Handlungspraxis von Sozialarbeitenden in der ambulanten Assistenz psychisch erkrankter Menschen.
- Handlungsspielräume von Schulsozialarbeitenden im Umgang mit Mobbing an Schulen, inklusive präventiver und intervenierender Maßnahmen.
- Gewaltbereitschaft von Adressat*innen in der ambulanten Suchthilfe, einschließlich des Umgangs mit Gewalt und Vorurteilen der Fachkräfte.
- Eine quantitative Erhebung zu sexueller Belästigung in sozialen Praxisfeldern.
Einblicke und Diskussionen
Die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte regten detaillierte Diskussionen an und ermöglichten tiefere Einblicke in die unterschiedlichen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit. Diese wissenschaftlich fundierten Untersuchungen helfen nicht nur, Alltagsannahmen zu hinterfragen, sondern auch voreilige Kategorisierungen aufzulösen. Die Studierenden erwerben nicht nur Forschungskompetenzen, sondern auch das notwendige Rüstzeug für eine professionelle Handlungspraxis.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Tagung war der zweite Teil, der sich auf ethnographische Fallprotokolle konzentrierte. Hierbei wurde die Methode der Objektiven Hermeneutik genutzt, um neue Perspektiven auf die Lebenswelten der Adressierten zu eröffnen und anschlussfähige Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln. Diese Herangehensweise unterstreicht den Stellenwert von Forschung für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit.
Räume für Austausch
Die Masterforschungstagung schuf zudem einen wertvollen Raum für den Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden. Beiträge von Masterstudierenden wie Marina Albers, Tanja Dieter, Alwina Heckel und Saskia Sahada bereicherten die Veranstaltung und ermöglichten einen lebendigen Dialog über die Herausforderungen und Chancen in der Sozialen Arbeit.
Insgesamt zeigte die Tagung eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen und somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit zu leisten. Die Universität Vechta setzt mit solchen Veranstaltungen ein Zeichen für die Relevanz wissenschaftlicher Arbeit in sozialen Kontexten und fördert damit die nächste Generation von Sozialarbeitenden, die bereit sind, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.