Im Landkreis Uelzen sieht die Wohnsituation für ältere Menschen alles andere als rosig aus. Bei einer aktuellen Analyse des Pestel-Instituts, die im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt wurde, zeigt sich, dass von den knapp 50.600 Wohnungen in der Region nur etwa 2.700 altersgerecht sind. Das sind gerade mal 5 Prozent! Wenn wir darüber nachdenken, was das für die ältere Bevölkerung bedeutet, wird schnell klar: Hier ist Handlungsbedarf.

Vor allem mit dem bevorstehenden Renteneintritt von rund 15.900 Menschen in den nächsten zehn Jahren wird der Bedarf an seniorengerechten Wohnräumen weiter steigen. Die Mehrheit der älteren Menschen zieht es vor, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden. Doch die Realität sieht anders aus. Wichtige Kriterien für altersgerechtes Wohnen, wie Barrierefreiheit, breite Türen und ausreichend Platz für Rollatoren oder Rollstühle, sind oft nicht erfüllt. Ein erschreckendes Beispiel: Rund 27 Prozent der Hausflure sind nicht breit genug für Rollstühle – das betrifft etwa 10.700 Wohnungen. Und selbst in den Küchen ist es nicht viel besser. Zwar haben 72 Prozent der Wohnungen eine ausreichend große Küche, in rund 14.100 Küchen können Rollstuhlfahrer nicht einmal wenden!

Die Situation in den Bädern

Die Bäder sind ein weiteres Sorgenkind. Ganze 44 Prozent der Bäder, also etwa 22.000, sind zu klein, und nur 28 Prozent der Wohnungen verfügen über eine bodengleiche Dusche. Das ist geradezu skandalös, wenn wir bedenken, wie wichtig der altersgerechte Umbau von Wohnungen, insbesondere der Bäder, ist. Viele ältere Gebäude, die in den 50er Jahren gebaut wurden, haben bauliche Einschränkungen, die den Einbau von bodengleichen Duschen erschweren. Man fragt sich, wie viele Menschen sich in ihren eigenen vier Wänden unwohl fühlen, weil sie täglich mit solchen Hindernissen konfrontiert sind.

Um die Situation zu verbessern, wird eine „Senioren-Umbau-Offensive“ gefordert. Der BDB verlangt eine klare Fokussierung der Wohnungsbaupolitik auf altersgerechtes Wohnen und einen milliardenschweren Zuschuss vom Bund. Immer wieder wird kritisiert, dass die aktuellen staatlichen Förderungen unzureichend sind. Es ist höchste Zeit, dass der Bund einen Großteil der Umbaukosten als Zuschuss übernimmt, damit ältere Menschen in ihren vertrauten Umgebungen bleiben können.

Fördermöglichkeiten für den Umbau

Die Bundesregierung hat bereits Schritte unternommen, um die Barrierefreiheit zu fördern. Im Rahmen des KfW-Zuschussprogramms „Altersgerecht Umbauen“, das seit 2014 existiert, wurden bis zum 31. Januar 2026 Zuschüsse in Höhe von fast 462,5 Millionen Euro an rund 242.200 Antragstellende ausgezahlt. Das ist ein Anfang, aber man könnte fast meinen, es handelt sich um einen Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die tatsächlichen Bedürfnisse betrachtet. Die Evaluation von 2020 zeigt, dass nur 1,5 Prozent der Wohnungen barrierearm sind. Das lässt viel Raum für Verbesserungen.

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Die Versorgungslücke für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen beläuft sich auf über 2 Millionen Wohnungen in Deutschland. Damit sind Investitionsanreize für den Barriereabbau unerlässlich. Die KfW unterstützt nicht nur den Umbau von Wohnungsbeständen, sondern auch Maßnahmen zur barrierereduzierung im öffentlichen Raum durch zinsverbilligte Kredite. Immerhin, kleine Umbaumaßnahmen können bereits zu verbesserten Nutzungsmöglichkeiten führen – und das wäre ein Schritt in die richtige Richtung!

Insgesamt ist der Kreis Uelzen gefordert, um den Wohnungsbestand altersgerecht zu gestalten. Die Möglichkeit, in vertrauter Umgebung zu leben, sollte für alle Menschen, insbesondere für die ältere Generation, gegeben sein. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und in welchem Umfang die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden. Die Zeit drängt, und es ist höchste Zeit, dass wir die Bedürfnisse unserer älteren Mitbürger ernst nehmen.

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