Es war ein Tag, der nicht nur die Kirchengemeinde in Großenwörden, sondern auch viele Naturliebhaber und Vogelfreunde in der Region bewegte. Am 10. Juni 2026 wurde die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ feierlich vor der Kirche St. Marien überreicht. Anwesend waren einige prominente Persönlichkeiten, darunter die Biologin Janette Hagedoorn-Schüch, Pastor Martin Michalek, das Kirchenvorstandsmitglied Silke Hansen und der Vogelkundler Gert Dahms. Besonders spannend wurde es, als die Biologin die Plaketten und Urkunden überreichte und die Nistkästen in den Kirchtürmen inspizierte. Ein Blick in den Nistkasten in Großenwörden verriet bereits, dass hier fleißige Bewohner am Werk waren – getrockneter Dotter und Federn zeugten von regem Leben.

Der Höhepunkt des Tages war jedoch ein überraschender Fototermin, bei dem ein Turmfalke plötzlich aus einem Nistkasten in Burweg flog. Was für ein Anblick! Gert Dahms berichtete von der schnellen Annahme des Nistkastens durch die Vögel und entblößte die Entdeckung von gleich sieben Turmfalken-Eiern. Das lässt das Herz eines jeden Naturfreundes höher schlagen. Das Projekt „Lebensraum Kirchturm“ ist seit über 15 Jahren aktiv und setzt sich für die Förderung der biologischen Vielfalt in Kirchen ein. Hierbei geht es nicht nur um Turmfalken, sondern auch um andere Tierarten wie Mauersegler und Fledermäuse, die in diesen ehrwürdigen Bauwerken ein Zuhause finden.

Ein starkes Netzwerk für den Artenschutz

Ursprünglich wurde das Projekt 2009 vom Amt für Naturschutz im Landkreis Stade ins Leben gerufen und ist eine Gemeinschaftsaktion mit den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Stade und Buxtehude sowie den Naturschutzverbänden Nabu und BUND. Über 25 Kirchen im Landkreis Stade wurden bereits mit der begehrten Auszeichnung geehrt. Dazu zählen unter anderem die St.-Wilhadi-Kirche, die St.-Petri-Kirche in Buxtehude und die St.-Martin-Kirche in Assel. Auch die St.-Primus-Kirche in Bargstedt kann sich freuen! Immer mehr Kirchengemeinden werden nun aufgerufen, sich aktiv für den Artenschutz zu engagieren und Lebensräume zu schaffen.

Die Aktion „Lebensraum Kirchturm“ des NABU hat das Ziel, Nistplätze für bedrohte Arten in Kirchtürmen zu sichern. Diese Türme bieten optimale Brutstätten für Turmfalken, Fledermäuse, Schleiereulen und Dohlen. Die Kirchen, die sich für den Artenschutz einsetzen, haben die Möglichkeit, mit einer Urkunde ausgezeichnet zu werden. Ein kleiner Funfact: 2007 war der Turmfalke „Vogel des Jahres“, was die Notwendigkeit von Nistmöglichkeiten in Kirchtürmen umso mehr unterstreicht. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir durch solche Projekte und Initiativen einen Beitrag zum Artenschutz leisten können.

Lebensräume im Blick

Doch wie geht es weiter? Die Erhaltung und Förderung dieser Lebensräume erfordert regelmäßige Bestandsaufnahmen, um die Tierarten zu dokumentieren und gezielte Schutzmaßnahmen zu planen. Dabei ist es wichtig, bei Sanierungen den Artenschutz zu berücksichtigen, schließlich gibt es gesetzliche Vorgaben, die dies vorschreiben. Auch die Zusammenarbeit mit Umweltbeauftragten und Naturschutzorganisationen ist von großer Bedeutung.

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Die Sensibilisierung der Kirchengemeinde spielt eine zentrale Rolle. Veranstaltungen, Webcams und das Aufstellen von Nistkästen sind tolle Möglichkeiten, um das Bewusstsein für den Artenschutz zu schärfen. Ein weiterer Aspekt ist die Anpassung der Beleuchtung. Zu helle Anstrahlungen können nachaktive Tiere stören und sollten vermieden werden. Und wer hätte gedacht, dass es Fördermittel gibt, um kleine Umweltprojekte zu finanzieren? Informationen dazu gibt es im Förderwegweiser auf dem Klimaportal der Nordkirche.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Kirchen nicht nur Orte des Glaubens sind, sondern auch Lebensräume für viele geschützte Tierarten darstellen. Ein faszinierender Aspekt unserer Gemeinschaft, der es wert ist, weiter gefördert zu werden!

Interessierte, die mehr über das Projekt erfahren oder aktiv mitwirken möchten, können sich direkt an Janette Hagedoorn-Schüch wenden. Sie ist unter der Telefonnummer 04141/12-6737 oder per E-Mail unter naturschutz@landkreis-stade.de erreichbar. Wer weiß, vielleicht wird auch Ihre Kirche bald Teil dieses wunderbaren Projekts!