Heute ist der 8.05.2026, und die Nachrichten aus der Pflegebranche in Niedersachsen sind sowohl besorgniserregend als auch ermutigend. Die Ambiente Care Süd GmbH hat Anfang April Insolvenz angemeldet. Die Meldung kam wie ein Schlag ins Gesicht – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Angehörigen der Bewohner. Am 1. Mai wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, und es war ungewiss, wie es weitergehen würde. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Drei Pflege- und Seniorenheime können unter neuer Leitung weitergeführt werden.

Die Standorte in Hatten (Landkreis Oldenburg), Laatzen (Region Hannover) und Rotenburg (Wümme) stehen nun unter dem Zepter neuer Betreiber. Die Seniorenresidenz in Rotenburg wird von der emida Marisa GmbH übernommen, die zur emida Residenzen-Gruppe gehört. Diese Gruppe betreibt bereits fünf andere Standorte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Hatten wird die Einrichtung von einer Gesellschaft der Auvictum-Gruppe weitergeführt, während die Auvictum-Gruppe auch die Wiederinbetriebnahme der Einrichtung in Laatzen plant. Das klingt nach einer positiven Wende, oder? Das Pflege- und Betreuungspersonal in Laatzen soll übernommen werden, und das ist eine kleine, aber wichtige Erleichterung.

Schwierige Umstände für die Pflege

Dennoch bleibt die Situation angespannt. Immer mehr große Pflegeheimbetreiber melden Insolvenz an. Namen wie Dorea, Curata und die Hansa-Gruppe sind mittlerweile keine Seltenheit mehr in den Nachrichten. Die Gründe sind vielfältig: steigende Kosten und ein gravierender Fachkräftemangel sind dabei die Hauptakteure. Über ein Drittel der Pflegeheime in Deutschland schreibt Verluste. Schockierend, oder? Die Pflegeheime müssen zu 98 % belegt sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Der Bedarf an Pflege steigt, doch es fehlen derzeit über 100.000 Pflegekräfte – ein Teufelskreis.

Das Ursula-Lambertz-Haus in Kalterherberg bei Monschau ist ein weiteres Beispiel für die prekäre Lage in der Branche. Heimleiter Andreas Nowack berichtet von einer langen Warteliste, während die Einrichtung selbst vor der Insolvenz steht. Irmtraud Prümmer, 81 Jahre alt und seit einem Jahr dort wohnhaft, müsste im Falle einer Schließung ein Heim 50 km entfernt aufsuchen. Ein Albtraum für viele, die sich in ihrem gewohnten Umfeld eingelebt haben.

Die Auvictum-Gruppe, die nun die Pflegeeinrichtung in Hatten betreibt, hat sich vorgenommen, die Lage zu verbessern. Sie betreiben bereits 35 Senioren- und Pflegeheime in Deutschland. Rund 625 Mitarbeitende sollen durch die neuen Betreiber weiterbeschäftigt werden. Um die rückständigen Löhne zu zahlen, wurde eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung organisiert. Das zeigt, dass trotz aller Schwierigkeiten ein gewisses Maß an Verantwortung für die Mitarbeitenden vorhanden ist.

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Ein Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen sind gewaltig. Personalkosten steigen durch die Tarifbindung, und die Träger können nur einmal jährlich mit den Pflegekassen über Kosten verhandeln. Gemeinnützige Träger wie das Rote Kreuz haben es da oft einfacher, während privatwirtschaftliche Anbieter ständig unter Druck stehen. Das Ursula-Lambertz-Haus plant eine Expansion auf 80 Plätze, aber der Weg ist steinig. Steigende Baukosten und die Suche nach geeignetem Personal stellen eine zusätzliche Hürde dar. Aktuell sind sieben Stellen unbesetzt, und das Heim versucht, mit verschiedenen Maßnahmen wie Willkommensbonus und Jobrad attraktiver für neue Mitarbeitende zu werden.

Die Situation ist angespannt, die Nerven liegen blank – aber es gibt auch Hoffnung. Die neuen Betreiber scheinen entschlossen, die Einrichtungen am Laufen zu halten. Die Mitarbeitenden wurden für ihren Einsatz während dieser Krise gelobt, und das ist mehr als nur ein gutes Wort. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung in einer Zeit, in der so vieles auf der Kippe steht. Ob diese Lösungen nachhaltig sind, bleibt abzuwarten, doch für heute gibt es einen Grund, optimistisch zu sein.