Heute ist der 28.05.2026 und in Peine wird ein Kapitel der Friseurgeschichte geschlossen. Der Friseursalon „J+S“ in Edemissen, der 1957 von Helmut Wöhler gegründet wurde, hat seine Pforten dichtgemacht. Das ist nicht nur ein Verlust für die Krüger-Familie, die den Salon vor vier Jahren übernahm, sondern auch für viele Stammkunden, die jahrzehntelang hierher kamen. Das Jahr 2024 hätte für den Salon ein besonderes war – die Feier des 70-jährigen Bestehens. Doch der Druck auf kleinere, familiengeführte Friseursalons ist enorm, und die wirtschaftliche Realität hat hier unbarmherzig zugeschlagen.

Die Gründe für die Schließung sind vielschichtig. Ein zentraler Faktor war der Fachkräftemangel. Die Familie Krüger konnte keine neuen Mitarbeiter halten oder ersetzen, was die Situation zunehmend verschärfte. Der Weggang einer Kollegin zu einem anderen Friseur und der Wechsel einer weiteren in die Pflegebranche sorgten dafür, dass am Ende nur noch zwei Angestellte und der Vater Jörn Krüger im Salon arbeiteten. Die Geschwister, Lena und Kim, sowie Nico, waren in Vollzeit in anderen Berufen tätig und konnten nicht aktiv im Salon helfen. Unter diesen Umständen war der Betrieb einfach nicht mehr wirtschaftlich tragbar.

Die Herausforderungen der Friseurbranche

Die Schließung des Salons „J+S“ ist kein Einzelfall. Die Friseurbranche in Deutschland kämpft seit Jahren mit ähnlichen Problemen. Rund 80.000 Friseursalons gibt es hierzulande, wobei 70% davon Kleinstbetriebe mit weniger als fünf Beschäftigten sind. Trotz eines Umsatzes von 7,07 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Plus von 19,4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht, bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Viele Salons sehen sich gezwungen, die Preise zu erhöhen – Damenhaarschnitte um 7,2%, Herrenhaarschnitte um 7,6% und Kinderhaarschnitte um 7,3% – weil die Kunden seltener als vor der Pandemie einen Friseur besuchen.

Zusätzlich wird die Branche durch Schwarzarbeit belastet, die als unfaire Konkurrenz für legale Salons auftritt. Die Unsicherheiten in der Wirtschaft und die pessimistische Zukunftsprognose sind für viele Betriebe eine schwere Last. Der Zentralverband des Friseurhandwerks berichtet von einem Rückgang bei den Auszubildenden um 4,7% im Vergleich zum Vorjahr, was die Sorgen um den Nachwuchs noch verstärkt. Es ist geradezu paradox, dass trotz steigender Ausgaben für Schönheit und Körperpflege die Salons unter Druck stehen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft des Friseurhandwerks bleibt ungewiss. Der Fachkräftemangel ist ein zentrales Thema, und die Branche sehnt sich nach Lösungen. Der Zentralverband fordert wirtschaftliche Entlastungen für die Betriebe, um das Wachstum zu fördern. Die Friseure brauchen Unterstützung – nicht nur, um sich gegen die Konkurrenz der Schwarzarbeit zu behaupten, sondern auch, um die handwerkliche Tradition am Leben zu halten.

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Die Schließung des „J+S“ Salons in Peine ist ein weiteres trauriges Kapitel in dieser Geschichte. Es zeigt, dass der Gang zum Friseur, der über Jahrzehnte ein fester Bestandteil des Alltags war, in Gefahr ist. Viele hoffen, dass die Branche die Wende schafft und kleine Salons wie diesen weiterhin eine Chance haben, die Herzen der Kunden zu gewinnen. Für weitere Informationen über die Herausforderungen und Entwicklungen im Friseurhandwerk lohnt sich ein Blick auf friseurhandwerk.de.