Heute ist der 23.05.2026 und ich sitze hier in Peine, wo die Wunden des Abschieds von einem ganz besonderen Hund noch frisch sind. Der Hund Roland, ein treuer Gefährte im Tierheim Peine, hat seinen letzten Atemzug getan. Es ist ein trauriger Tag für alle, die ihn gekannt haben. Roland lebte bis zu seinem Tod im Tierheim, das seit 1992 als einzige Anlaufstelle für Tiere aus der Stadt und dem Landkreis fungiert. Ein Ort, der nicht nur eine Zwischenstation für viele Tiere ist, sondern auch ein Zuhause, in dem sie geliebt und umsorgt werden.
Rolands Geschichte begann 2021, als er in der Tierklappe des Tierheims abgegeben wurde. Man kann sich vorstellen, wie es war: ein Hund, der anfangs alles andere als erfreut über die neue Situation war. Er zeigte Widerstand, was letztendlich dazu führte, dass ein Tierarzt ihn sedieren musste, um ihn zu beruhigen. Ein Maulkorb wurde notwendig, und es war eine echte Herausforderung für die Mitarbeiter, sein Vertrauen zu gewinnen. Mit Leckerlis und viel Geduld gelang es dem Team, eine Bindung zu Roland aufzubauen. Doch das Schicksal wollte es anders. Der Versuch, ihn zu vermitteln, scheiterte, und er kehrte zurück ins Tierheim, wo er bis zu seinem letzten Tag liebevoll betreut wurde.
Ein treuer Begleiter und seine Herausforderungen
Das Team des Tierschutzvereins Peine, der seit 1929 besteht, kümmerte sich mit voller Hingabe um Roland. Unterstützt von Gassigehern, die stets bereit waren, ihm Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, wurde Roland nie allein gelassen. Doch das Leben war nicht immer einfach für ihn. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich plötzlich. Arthrose, Spondylose und Muskelatrophie – es war eine Menge, die dieser einzigartige Hund zu tragen hatte. Die regelmäßigen Arztbesuche und die vielen Medikamente wurden zur Routine, und das Tierheim-Team musste erneut lernen, mit seinen veränderten Bedürfnissen umzugehen.
Die Anzahl der guten Tage, die Roland hatte, nahm leider ab. Es war ein schleichender Prozess, der schließlich in einer emotionalen Entscheidung gipfelte: ihn gehen zu lassen. Der Abschied war ein bewegender Moment für alle im Tierheim. Mitarbeiter und Gassigeher standen zusammen, voller Trauer und Dankbarkeit für die Zeit, die sie mit Roland verbringen durften. Er war nicht einfach nur ein Hund – er war ein ganz besonderer Begleiter, der viele Herzen berührt hat.
Die Situation der Tierheime in Deutschland
Rolands Geschichte ist nur eine von vielen im deutschen Tierschutz. In Deutschland gibt es etwa 32 Millionen Haustiere, darunter 8,6 Millionen Hunde und 13,4 Millionen Katzen. Tierheime sind oft überfüllt, und viele Tiere, wie die freilebenden Katzen, leiden unter Hunger und Krankheiten. Ungewollte Haustiere, fehlende Aufklärung über artgerechte Tierhaltung und finanzielle Engpässe sind nur einige der Gründe, warum so viele Tiere in Tierheimen landen. Jährlich versorgen diese Einrichtungen rund 400.000 Tiere, und etwa ein Viertel bleibt dauerhaft dort.
Das TERRA MATER Tierschutz-Netzwerk ist aktiv in der Kastration von Haus- und Freigängerkatzen und bietet medizinische Versorgung für freilebende Katzen an. Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, ist die Bedeutung der Registrierung von Haustieren. Im Jahr 2022 waren 11 Millionen Tiere bei TASSO registriert – ein wichtiger Schritt, um den Verlust eines Tieres zu verhindern und eine schnelle Rückführung zu ermöglichen.
Das Tierheim in Peine und viele andere stehen vor der Herausforderung, den Tieren ein Zuhause zu bieten und gleichzeitig die Öffentlichkeit für die Wichtigkeit der Adoption zu sensibilisieren. Die Botschaft ist klar: Tierheime sind ein Ort, wo viele Tiere auf eine zweite Chance warten. Wer ein Haustier sucht, sollte unbedingt ein Tierheim besuchen und einem der vielen Vierbeiner ein neues Zuhause schenken.