In Osterholz-Scharmbeck brodelt es – und das nicht nur wegen des wechselhaften Wetters. Hier hat die CDU-Fraktion einen Antrag eingereicht, der die Gemüter erhitzt. Es geht um Polizeieinsätze am Hotel Tivoli, und die Sorgen scheinen groß. Harry Laube von der CDU hat sich zu Wort gemeldet und auf angebliche Gewaltstraftaten, Drogenhandel und Bedrohungen in der Beckstraße hingewiesen. Man könnte meinen, das Hotel sei ein Ort des Verbrechens, so wie es dargestellt wird. Doch die Stadtverwaltung hat klargestellt, dass im Hotel Tivoli keine Personen untergebracht sind und es keine Erkenntnisse über die genannten Delikte gibt. Was steckt also wirklich dahinter?

Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben den CDU-Antrag scharf kritisiert. Sie sprechen von unbegründeter Stimmungsmache. Torsten Haß, der SPD-Kandidat, hat sich deutlich positioniert und betont, dass man Herausforderungen in der Kommune auch ohne derartige Anträge angehen kann. Die Kritik wird nicht nur laut aus der Opposition, auch Brigitte Neuner-Krämer von den Grünen fordert die CDU auf, die Behauptungen zurückzunehmen. Hier wird klar: Die Diskussion um die Polizeieinsätze ist alles andere als einfach. Und das, obwohl das Polizeikommissariat in den letzten 14 Monaten lediglich 19 Einsätze verzeichnet hat, von denen nur sieben mit strafrechtlichem Hintergrund zu tun hatten. Ein bisschen viel Wind um einen kleinen Sturm, oder?

Verunsicherung in der Nachbarschaft

Die Anwohner sind ein weiterer Punkt in dieser Debatte. Beschwerden über Konflikte und Wegnutzungsrechte in der Umgebung des Hotels gibt es seit Jahren. Die Menschen fühlen sich anscheinend nicht sicher, und das ist ein ernstzunehmendes Problem. Laube hat sich zwar defensiv zu den Fragen geäußert, doch die Sorgen der Bürger sind nicht von der Hand zu weisen. Und was ist mit den weiteren Themen, die im Antrag angesprochen wurden? Rattenprobleme, Drogen, Feuerschutz und Mietverträge – da hat die CDU eine breite Palette an Fragen aufgeworfen, die auch in anderen Kontexten diskutiert werden könnten. Aber ist das wirklich der richtige Weg?

Die Diskussion hat auch ihren Schatten. Haß warnte beispielsweise vor der Zerstörung des Rufs einer Straße und dem Risiko, eine „No-Go-Area“ zu schaffen. Hier wird die Sorge um das Image der Stadt deutlich. Es geht nicht nur um Zahlen und Einsätze; es geht um das Leben der Menschen vor Ort. Und es kommt noch dicker: Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 gab es insgesamt 5.508.559 registrierte Fälle – ein Rückgang um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewaltkriminalität ist erstmals seit 2021 rückläufig, während jedoch Sexualdelikte und Wohnungseinbruchdiebstahl ansteigen. Ein komisches Bild, wenn man bedenkt, dass die CDU von einem Kriminalitätsproblem spricht, das es so anscheinend nicht gibt.

Ein Blick auf die Statistiken

Die Statistiken zeigen, dass die Aufklärungsquote stabil bei 57,9 % liegt. Es ist also nicht so, dass die Polizei tatenlos zusieht. Die Dunkelziffer, sprich nicht angezeigte Straftaten, bleibt jedoch ein großes Thema. Nicht alles wird zur Anzeige gebracht, und das führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen könnte man fast meinen, dass der CDU-Antrag eher auf Hörensagen als auf handfesten Beweisen basiert. Und genau das ist es, was die Kritiker der CDU anprangern.

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In einer Zeit, in der die Polizeiarbeit oft unter dem Mikroskop betrachtet wird, sollte man vielleicht die Kirche im Dorf lassen. Es gibt Herausforderungen, die in der Kommune angepackt werden müssen, und das ohne den Ruf einer Straße zu gefährden. Schließlich sollte das Ziel sein, die Sicherheit zu erhöhen und nicht, Ängste zu schüren. Wir sind gespannt, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die Politik tatsächlich einen konstruktiven Weg findet, um die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen.