In Nordeuropa, wo Katholiken nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen, leben die Gläubigen oft in einer Art kulturellen Blase. Tatsächlich sind es unter rund 26 Millionen Menschen nur etwa 350.000 Katholiken, was weniger als zwei Prozent ausmacht. Die Gemeinden können so groß sein wie die Niederlande, Luxemburg und Belgien zusammen, und der Weg zum sonntäglichen Gottesdienst kann nicht selten bis zu 300 Kilometer betragen. Das ist schon eine ganz schöne Strecke! Umso wichtiger ist es, dass solche Gemeinschaften wie die des Ansgar-Werks einen Raum bieten, um den Glauben zu vertiefen und zu stärken.

In diesem Kontext fand die diesjährige theologische Studienwoche des Ansgar-Werks statt, die mit dem Thema „Christus – im Lied, in der Spiritualitätsgeschichte, in der Kunst“ die Teilnehmer ermutigte, ihren Glauben neu zu entdecken. Hier kamen über 30 Priester, Ordensleute und engagierte Laien aus Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden und Island zusammen, darunter namhafte Persönlichkeiten wie Bischof Czeslaw Kozon aus Kopenhagen und Bischof David Tencer aus Reykjavik. Gemeinsam wurde gesungen, gebetet und diskutiert – ein gemeinsames Singen, bei dem der bekannte Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ in verschiedenen Sprachen erklingt, schuf eine harmonische Verbindung unter den Teilnehmern.

Glaubensbekenntnis und Theologie

Mitorganisator Bruder Andreas Brands unterstrich die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses und die Notwendigkeit, auch im Alltag Taten folgen zu lassen. Es ist nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch der Praxis. In einer zunehmend säkularen Gesellschaft finden Katholiken die Gelegenheit, ihren Glauben neu zu entdecken, was besonders in den oft einsamen Weiten Nordeuropas von Bedeutung ist. Die Studienwoche umfasste nicht nur theologische Vorträge und Bibelarbeit, sondern auch einen länderübergreifenden Austausch, der die Teilnehmer im Glauben stärkt und ihnen hilft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Ein ganz besonderes Highlight war der Vortrag von Friederike-Andrea Dorner vom Diözesanmuseum Osnabrück über Christus in der Kunst. Sie zeigte ein spätmittelalterliches Monile, das als Reliquienkapsel diente und in unsicheren Zeiten als Statussymbol und zur privaten Andacht getragen wurde. Kunst kann helfen, Gott näher zu kommen und Christus auf eine lebendige Art zu begegnen – nicht als leidender Christus, sondern als lebensecht und auferstanden. Da wird einem ganz warm ums Herz, nicht wahr?

Ein Blick auf die Zahlen

Die aktuelle Kirchenstatistik, die am Weltmissionstag veröffentlicht wurde, zeigt einen Anstieg der Katholiken in Europa um 740.000 – ein kleiner Lichtblick in einer Zeit, in der viele Kirchen mit Mitgliederschwund kämpfen. Dies ist ein Trendbruch, der Hoffnung gibt und die Bedeutung solcher Veranstaltungen wie der Studienwoche unterstreicht. In einem Europa, wo der Anteil katholischer Gläubiger weltweit 17,8 Prozent beträgt, ist es erfreulich zu sehen, dass die Zahl der Katholiken auch in skandinavischen Ländern, wo sie oft in der Minderheit sind, langsam wächst.

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Die nordische Kirche lebt und zeugt von einem lebendigen Glauben, auch wenn die Statistiken manchmal eine andere Sprache sprechen. Mit einem Rückgang von Priestern in Europa – ein Minus von 2.489 – wird der Mangel an seelsorglichen Angeboten spürbar. Doch das Ansgar-Werk bleibt seit rund 50 Jahren eine wichtige Stütze, indem es seelsorgliche und finanzielle Hilfen sowie persönliche Kontakte fördert. Man könnte sagen, dass die Gemeinschaft der Katholiken in Nordeuropa trotz aller Widrigkeiten stark bleibt – und das ist doch bemerkenswert.

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