Am vergangenen Sonntag war in Wiesbaden ein ganz besonderes Fußballfest angesagt. Der SV Wehen Wiesbaden, bekannt für seine Gastfreundschaft, öffnete seine Türen für die Fans des VfL Osnabrück, die ihren Aufstieg in die Zweite Liga gebührend feiern wollten. Über 5.000 Anhänger des VfL fanden den Weg ins Stadion, um gemeinsam mit Freunden und Mitstreitern einen unvergesslichen Tag zu erleben. Es war ein Bild des Miteinanders, das man so nicht alle Tage sieht.
Die Osnabrücker Fans waren trotz der sportlich bedeutungslosen Partie voller guter Laune. Während das Public Viewing, bei dem das Spiel von Energie Cottbus auf einer großen Leinwand übertragen wurde, über die Bühne ging, sangen die VfL-Anhänger sogar die Torhymne des SV Wehen Wiesbaden, als die Mannschaft das zwischenzeitliche 2:2 erzielte. Diese Momente des gemeinsamen Feierns zeigen, wie Fußball Menschen verbinden kann, ganz gleich, in welcher Liga sie spielen.
Eine Geste der Freundschaft
Die außergewöhnliche Gastfreundschaft des SV Wehen Wiesbaden wurde nicht nur von den Fans, sondern auch von VfL-Geschäftsführer Michael Welling gewürdigt, der auf der vereinseigenen Homepage einen Dankestext veröffentlichte. „Die Atmosphäre war einfach großartig“, so Welling, und das ist nicht übertrieben. Die Freundschaft zwischen den beiden Vereinen wird nicht nur in einem Aufeinandertreffen gepflegt, sondern lebt auch in solchen schönen Gesten weiter.
Ein Last-Minute-Siegtor von Robert Tesche sorgte dann für einen friedlichen Platzsturm. Der Jubel war grenzenlos, die Freude der Fans spürbar. Natürlich gibt es auf dem Platz noch einige Ausbesserungen, aber das letzte Heimspiel am 16. Mai gegen Hoffenheim II wird davon nicht betroffen sein. Und ganz ehrlich, ein wenig Unebenheit macht die Sache doch erst richtig spannend, oder?
Ein Blick auf die Fanfreundschaften
Die Verbindung zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem VfL Osnabrück ist ein Beispiel für die vielzitierte Fanfreundschaft, die in Deutschland so weit verbreitet ist. Solche Freundschaften entstehen oft durch gemeinsame Erlebnisse oder als Bündnis gegen Rivalen. Manchmal schlafen sie ein, wenn die Vereine in unterschiedliche Richtungen gehen, doch in diesem Fall scheint die Freundschaft stark und lebendig zu sein. Das gemeinsame Feiern und die gegenseitigen Besuche bei Spielen sind Ausdruck dieser besonderen Beziehung.
In Deutschland gibt es viele solcher Fanfreundschaften, die über die Jahre gewachsen sind. Sie sind ein Teil der Kultur und zeigen, dass es im Fußball nicht nur um Rivalität, sondern auch um Solidarität geht. So wird einem beim Gedanken an die zahlreichen gemeinsamen Feiern und Choreografien ganz warm ums Herz. Das macht den Fußball einfach lebendig und menschlich – und das ist es, was wir alle wollen.