Ein spannender Tag für die Fußballfans in Oldenburg! Am 1. Juni 2026 hat der Stadtrat mit großer Mehrheit den Bau eines neuen Fußballstadions für den Regionalligisten VfB Oldenburg beschlossen. In der Sitzung, die im Gymnasium Cäcilienschule stattfand, fiel die Entscheidung nach einer fast zweistündigen Debatte, in der sowohl Befürworter als auch Gegner des Projekts zu Wort kamen. Während die Anhänger des VfB jubelten und ihre Freude über das grüne Licht für das neue Stadion zum Ausdruck brachten, meldete sich die Bürgerinitiative „Kein Stadionbau“ zu Wort und demonstrierte draußen für ihre Bedenken.
Die Diskussion war intensiv. Befürworter hoben die positiven Aspekte eines modernen Stadions hervor. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) stellte klar, dass der VfB als Mieter im neuen Stadion agieren wird. Doch die Gegner blieben nicht untätig und äußerten ernsthafte Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung, vor allem unter dem Aspekt, dass über 11.000 Menschen eine Petition gegen den Neubau unterzeichnet haben. Die Kosten für das Stadion belaufen sich auf stolze 57,3 Millionen Euro, und die Gesellschafterversammlung der Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG hat dem Projekt bereits zugestimmt.
Ein Stadion für die Zukunft
Das neue Stadion wird Platz für 10.604 Zuschauer bieten, mit der Möglichkeit, die Kapazität auf 15.000 Plätze zu erweitern. Das Marschwegstadion, der aktuelle Standort des VfB, ist für die Dritte Liga nur eingeschränkt nutzbar und hat zeitliche Beschränkungen für Abendspiele. Damit wird das neue Stadion nicht nur ein Ort für spannende Fußballspiele, sondern auch ein multifunktionales Zentrum für viele Veranstaltungen.
Am 7. Mai 2026 wurde der Gesellschafterversammlung der Entwurfsvorschlag für das Stadion vorgestellt, und die Zustimmung zur Vergabe an einen Totalunternehmer wurde am 19. Mai 2026 eingeholt. Krogmann bezeichnete den Abschluss des Vergabeverfahrens als entscheidenden Schritt für ein modernes Stadion. Trotz eines schmalen Budgets soll die Architektur des neuen Stadions überzeugen, und Geschäftsführer Stefan Orth ist überzeugt, dass es Maßstäbe für die kommenden Jahrzehnte setzen wird. Visualisierungen des künftigen Stadions wurden bereits am 8. Mai 2026 präsentiert, was die Vorfreude der Fans nur erhöht.
Kritik und Bedenken
Doch nicht alle stehen hinter dem Projekt. Die Bürgerinitiative „Kein Stadionbau“ hat die veröffentlichten Gutachten zur Planung des neuen Stadions genau unter die Lupe genommen und erhebt zahlreiche Kritikpunkte. Fehlende Angaben zu Zuschauerzahlen und Ticketpreisen in der Präsentation sind nur der Anfang. Zudem gibt es Zweifel an den langfristigen Zuschauerzahlen, insbesondere in der Regionalliga. Die Baukosten werden von der Initiative als zu niedrig angesetzt, insbesondere angesichts von Baupreissteigerungen von bis zu 43% in drei Jahren.
Ein weiteres großes Sorgenkind ist die Lärmbelastung. Die Initiative bemängelt, dass das Schallgutachten nur als Zwischenbericht vorliegt und andere mögliche Nutzungen, wie Konzerte, nicht berücksichtigt wurden. Auch die Frage der zulässigen Lärmtage sorgt für Unruhe, da im Areal bereits andere Großveranstaltungen stattfinden. Der hohe Wärmebedarf der Rasenheizung wird ebenfalls als unangemessen erachtet.
Die Politik ist nun gefordert, die Gutachten bis zur Ratssitzung am 15. April zu bewerten. Die Spannungen zwischen den Befürwortern und Gegnern des Stadionneubaus sind spürbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion weiterentwickelt und ob das neue Stadion tatsächlich ein Ort der Freude für die Oldenburger wird oder ob die Bedenken der Initiative die Pläne durchkreuzen.