Heute, am 28. Mai 2026, hat sich die Region Northeim wieder einmal dem Thema Ausbildung gewidmet. In der historischen Sternwarte in Göttingen fand die 29. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen statt, und die Atmosphäre war geprägt von einem spürbaren Optimismus. Über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Ausbilder, Bildungsexperten und Vertreter der Wirtschaft, diskutierten unter dem Motto „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Ausbildung erfolgreich gestalten“ über die Herausforderungen und Chancen der dualen Ausbildung. Es war, als ob alle Anwesenden den gleichen Puls fühlten – den der dringenden Notwendigkeit, die berufliche Bildung zu stärken.

Organisiert wurde die Konferenz vom Fachkräftebündnis Südniedersachsen in enger Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Hannover, Geschäftsstelle Göttingen. Christian Grascha, der IHK-Geschäftsstellenleiter, hob die immense Bedeutung der dualen Ausbildung für die Region hervor. Wenn wir ehrlich sind, ist es kein Geheimnis, dass die duale Ausbildung in Deutschland eine tragende Säule ist. Und dass dies nicht nur eine Floskel ist, wurde in den Gesprächen immer wieder deutlich.

Herausforderungen und Lösungen

Renatus Döring, der Schulleiter der BBS Einbeck, sprach die Erwartungen junger Menschen an und betonte, wie wichtig es ist, gute Startbedingungen zu schaffen. Verlässliche Begleitung, ein gut gestaltetes Onboarding und Rahmenbedingungen für persönliche Entwicklungen – das sind die Eckpfeiler einer erfolgreichen Ausbildung. Im Hintergrund schwang die Frage mit: Wie schaffen wir es, diese Bedingungen für alle Ausbildungsplätze zu gewährleisten?

Daniel Hornburg, Jugendbildungsreferent der DGB-Region Südniedersachsen-Harz, brachte das Thema praktische Hürden zur Sprache. Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, bezahlbarer Wohnraum – das sind alles Aspekte, die oft übersehen werden, aber entscheidend für die Entscheidung junger Menschen sind, eine Ausbildung anzutreten. Und bei der Vielzahl an unbesetzten Ausbildungsstellen – ein echtes Dilemma. Ann-Catrin Gras von den Wirtschaftsjunioren Deutschland stellte spannende Trends vor, die Inklusion und gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus rücken. Da wird einem schon klar, dass die Ausbildung nicht nur ein Beruf ist, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

Marktplatz Ausbildung und neue Impulse

Ein weiterer Höhepunkt war der Workshop „Ausbildungsversprechen“, wo die Teilnehmer ihre Ausbildungspraxis reflektierten und neue Impulse diskutierten. Zehn Aussteller präsentierten auf einem „Marktplatz Ausbildung“ regionale Unterstützungsangebote. Ulrike Streicher vom Fachkräftebündnis zog ein positives Fazit zur Resonanz der Konferenz und dem Thema Ausbildung in der Region. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist klar: Es gibt viel, was getan wird, um jungen Menschen Perspektiven zu bieten, doch der Weg dahin ist steinig.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein weiterer Blick auf die Ausbildungssituation in Deutschland zeigt, dass die Herausforderungen nicht nur lokal, sondern auch bundesweit spürbar sind. Der Berufsbildungsbericht 2026, der kürzlich im Bundeskabinett vorgestellt wurde, macht deutlich, dass im Jahr 2025 die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 2,1 Prozent zurückgingen. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Anfänger in der schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen um 3,8 Prozent. Ein Lichtblick inmitten der Herausforderung!

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung, die am 10. November 2025 in Berlin tagte, hat sich das Ziel gesetzt, den Fachkräftemangel aktiv anzugehen. Unter anderem wird eine Ausbildungsgarantie angestrebt, um alle jungen Menschen zu unterstützen. Dabei sollen auch die bestehenden Initiativen wie das Netzwerk von Ausbildungsbotschaftern weiter ausgebaut werden. Es ist schon bemerkenswert, wie viele Akteure sich hier zusammentun, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Doch trotz aller Anstrengungen bleibt die Frage, wie wir es schaffen, die unbesetzten Ausbildungsstellen zu füllen und gleichzeitig die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern. Der Ausblick auf die neue Allianzperiode ab 2026 lässt hoffen – Herausforderungen am Ausbildungsmarkt sollen angegangen werden, um die Chancen für Berufsabschlüsse zu erhöhen und die berufliche Orientierung zu stärken. Denn eines ist klar: Die Ausbildung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft für unsere Jugendlichen und damit auch für die gesamte Gesellschaft.