Die Vorfreude auf die Sommermonate weicht in Lüneburg zunehmend der Sorge um die bevorstehenden Bahnstreckensperrungen. Ab Mai 2026 wird die wichtige Bahnverbindung zwischen Hamburg und Hannover stufenweise für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen gesperrt. Diese Baumaßnahmen sind Teil einer „Qualitätsoffensive“, die auch die Strecke Hamburg-Berlin betrifft und länger als ursprünglich geplant dauert.
Die ersten Sperrungen betreffen den Abschnitt zwischen Hannover und Celle, der vom 1. bis 13. Mai 2026 nicht befahrbar sein wird. Darauf folgt die Sperrung zwischen Hannover und Uelzen. Ab dem 14. Juni 2026 wird dann die gesamte Strecke Hamburg-Hannover bis zum 10. Juli 2026 voll gesperrt. Dies soll verhindern, dass die Strecken Hamburg-Berlin und Hamburg-Hannover gleichzeitig außer Betrieb sind, was die Reisenden vor zusätzliche Herausforderungen stellen würde.
Umleitungen und Ersatzverkehr
Während der Bauarbeiten werden Fern- und Güterverkehrszüge umgeleitet. Für den Regionalverkehr ist ein Ersatzverkehr geplant. Besonders betroffen sind Pendler zwischen Lüneburg und Hannover, die sich auf lange Busfahrten ohne Arbeitsmöglichkeiten und Toiletten einstellen müssen. Die LNVG hat eine Express-Bus-Verbindung zwischen Lüneburg und Hannover jedoch abgelehnt, was die Kritik der Pendler weiter anheizt.
Zusätzlich werden zwischen Hannover und Celle zusätzliche S-Bahnen eingesetzt, und zwischen Hamburg und Lüneburg bleibt ein Grundangebot an Zügen bestehen. Allerdings müssen Reisende auf dem Abschnitt zwischen Langenhagen und Lüneburg auf Ersatzbusse zurückgreifen. Die Fahrzeiten für umgeleitete Züge könnten sich um bis zu 45 Minuten verlängern, und die ICE-Halte in Lüneburg, Uelzen und Celle entfallen während der Bauzeit.
Kritik und Herausforderungen
Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Hannover ist für 2029 angesetzt. Doch die aktuellen Umstände wecken Erinnerungen an die Probleme, die bereits in der ersten Jahreshälfte 2022 im Personenfernverkehr herrschten. Damals sank die monatliche Pünktlichkeit auf unter 60 %, was intern bei der Bahn als kritische Grenze gilt. Der Bahnchef Richard Lutz sprach von einer „Todesspirale“, die das System festfahren lässt.
Die Verspätungen wurden hauptsächlich durch ein Übermaß an Baustellen verursacht. Im Jahr 2021 waren 41,6 % der Güterzüge verspätet, und im Juni 2022 waren nur 60 % der Güterzüge pünktlich. Die Kunden von DB Cargo äußerten sich besorgt über ein bevorstehendes „bitteres Jahr“. Trotz der Notwendigkeit von Baumaßnahmen gibt es immer wieder Forderungen nach einer Bündelung dieser, um die Beeinträchtigungen für die Reisenden zu minimieren.
Am Dienstag wird ein erster Info-Termin zu den bevorstehenden Änderungen in Celle stattfinden. Reisende und Pendler sind aufgerufen, sich über die neuen Fahrpläne und Umleitungen zu informieren und sich auf die kommenden Herausforderungen einzustellen. Die Situation bleibt angespannt, und die Hoffnung auf Verbesserungen im Bahnverkehr ist groß.