Abenteuer Hanse: Eine Reise durch die Geschichte mit Playmobil in Lüneburg
In der malerischen Stadt Lüneburg, wo das Salz einst die Geschicke der Menschen lenkte, wird die Geschichte der Hanse jetzt auf eine ganz besondere Art lebendig. Die Ausstellung „Abenteuer Hanse mit Playmobil“ im Museum Lüneburg lässt uns nicht nur in die Vergangenheit eintauchen, sondern auch in die bunten Welten der kleinen Spielfiguren. Bis zum 10. Januar 2027 können Besucher hier auf eine Zeitreise gehen, die mit mehr als 20.000 Bauteilen und 5.000 Figuren beginnt, die Oliver Schaffer, der kreative Kopf hinter den Dioramen, mitgebracht hat. Doch die Vorbereitungen waren alles andere als geordnet. Kisten stapelten sich, während der Aufbau im vollen Gange war, und Christina Broesike, die Kuratorin, war alles andere als zufrieden mit dem aktuellen Zustand der Ausstellung. Sie stellte die Frage, ob man die Butzenscheiben des Playmobilhauses entfernen könnte, um einen besseren Blick ins Innere zu gewähren.
Schaffer, der seit über 20 Jahren Ausstellungen für Museen und Kulturinstitutionen gestaltet – darunter sogar im Louvre – hat mit dieser Ausstellung bereits seine 89. geschaffen. Ursprünglich sollte die Hanse nur eine Nebenrolle spielen, doch die zentrale Bedeutung in der Lüneburger Geschichte machte eine solche Entscheidung überflüssig. Herzstück der Schau ist ein beeindruckendes Diorama des historischen Hafens von Lüneburg, das sich auf 12 Quadratmetern erstreckt. Hier treffen wir auf Krananlagen, Speicher und die charakteristischen Handels- sowie Bürgerhäuser, die alle eng mit dem Salzhandel verbunden sind. Und nicht zu vergessen: 1412 fand der erste Hansetag im Lüneburger Rathaus statt, ein Ereignis, das bis heute nachhallt.
Vielfältige Handelswelten und nostalgische Erinnerungen
Die Ausstellung thematisiert nicht nur die Geschichte Lüneburgs, sondern wirft auch einen Blick auf die Vielfalt der Hanse. In den Dioramen werden verschiedene Handelsorte lebendig: Einbeck, King’s Lynn, die verschneiten Wälder um Nowgorod und die fischreichen Küsten Schonens. Jedes Diorama erzählt seine eigene Geschichte, ganz ohne lange Texttafeln – denn wer braucht schon das große Geschwafel, wenn das Bild für sich spricht? Ein Begleitheft bietet dennoch Hintergrundinformationen, falls die Neugierde geweckt wird. Besonders für Erwachsene ist das eine wahre Reise in die eigene Kindheit – die bunten Figuren und Szenen wecken Erinnerungen und lassen einen Schmunzeln.
Ein weiteres Highlight sind die Hansekoggen, die in einer Vitrine ausgestellt sind und sich der Gefahr von Piraten gegenübersehen. Hier nimmt Schaffer auch künstlerische Freiheiten in der Darstellung vor – Zirkusfiguren für russische Händler? Warum nicht! Das zeigt, dass Geschichte nicht immer bierernst sein muss. Man kann mit einem Augenzwinkern auf die Vergangenheit zurückblicken und gleichzeitig etwas lernen.
Ein einzigartiger Ansatz und die Vorfreude auf mehr
Die große Familienausstellung ist deutschlandweit einzigartig in ihrem Ansatz, Handel, Hafenleben und Geschichte so anschaulich zu kombinieren. Mit rund 5.000 Playmobil-Figuren und detailreichen Dioramen wird hier Geschichte greifbar. Der Fokus liegt nicht nur auf Lüneburg selbst, sondern auch auf den Handelspartnern der Stadt und den umliegenden Hansestädten. Schaffer hat dafür nicht nur handelsübliche Playmobil-Spielzeuge verwendet, sondern sie auch modifiziert, um historische Schauplätze lebendig werden zu lassen. Das gibt den Szenen eine Authentizität, die mit einem Hauch von Kreativität gepaart ist.
Wer noch mehr von Schaffers Kunstwerken sehen möchte, kann sich auf eine neue Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg freuen, die die Geschichte der Seefahrt von den Wikingern bis zu den modernen Containerschiffen illustriert. Dort wird es im Juli 2026 auch eine Sonderausstellung zur Hansezeit geben, die die Welt der Hanse weiter beleuchtet. Die Vorfreude darauf ist groß – und wer weiß, vielleicht bringt uns Oliver Schaffer dann noch mehr zum Staunen.
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