A39 zwischen Lüneburg und Hamburg: Erleichterung und neue Herausforderungen für Pendler
Es ist eine Erleichterung für alle Pendler: Die A39 zwischen Lüneburg-Nord und Handorf in Richtung Hamburg, die seit knapp eineinhalb Wochen gesperrt war, ist wieder befahrbar! Am Mittwochabend wurde die Fahrbahn früher als geplant freigegeben, und beide Spuren stehen nun wieder zur Verfügung. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen, denn für die kommenden Wochen gilt ein Tempolimit von 100 km/h. Der Grund? Der Asphalt hat noch nicht die gewünschte Griffigkeit. Das macht die Sache für viele Autofahrer nicht gerade einfacher.
Die ursprünglichen Bauarbeiten waren für den Zeitraum vom 1. bis 13. Juni angesetzt. Zahlreiche Schäden in der Fahrbahndecke mussten ausgebessert werden, und während dieser Zeit mussten die Fahrer auf Umleitungen über die Kreisstraße 46 und die B404 ausweichen. Lüneburgs Oberbürgermeisterin, Claudia Kalisch, hat die Situation scharf kritisiert und sogar eine Verschiebung der Bauarbeiten gefordert. Sie wandte sich mit einem Schreiben an Ministerpräsident Olaf Lies und Verkehrsminister Hendrik Tonne. Kalisch wollte erreichen, dass die Bauarbeiten erst nach dem 10. Juli beginnen, also nach dem Ende der Sanierungsarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg.
Kritik und Herausforderungen
Die Hansestadt Lüneburg selbst kritisierte die kurzfristige Bekanntgabe der Vollsperrung. Die Stadt wurde erst durch Medienberichte über die Maßnahme informiert; zuvor war lediglich von einer Wochenendmaßnahme die Rede. Die gleichzeitige Einschränkung des Bahnverkehrs auf der Strecke Hamburg–Hannover, die im Rahmen einer Qualitätsoffensive durchgeführt wird, bereitet den Verantwortlichen große Sorgen. Diese Umstände könnten tausende Pendler:innen zwischen Lüneburg und Hamburg unzumutbar belasten.
Die Autobahn GmbH des Bundes hat die Vollsperrung als notwendig erachtet, um die Bauzeit zu verkürzen. Doch viele Lüneburger befürchten, dass die Umleitungsverkehre, insbesondere im Bereich der Anschlussstelle Lüneburg-Nord, zu langen Rückstaus und verlängerten Fahrzeiten führen könnten. Die Stadt hat daher um Unterstützung gebeten, um eine Verschiebung der Bauarbeiten auf der A39 bis nach Ende der Qualitätsoffensive zu erreichen. Kalisch fordert eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Akteuren und eine Berücksichtigung der Interessen der betroffenen Kommunen.
Ein Blick in die Geschichte
Die A39 ist nicht einfach nur eine Autobahn, sie hat eine lange und bewegte Geschichte. Die Planungen für den Bau einer Nord-Süd-Autobahn reichen bis ins letzte Jahrhundert zurück. Bereits in den 1930er und 1940er Jahren gab es erste Varianten im Reichsautobahnnetz, und die Verbindung zwischen Hamburg und Hannover war schon damals ein Thema. Der Bau der Reichsautobahnen wurde jedoch 1942 eingestellt. Erst 1952 wurde die Bundesstraße 4 als Verbindung zwischen Hamburg und Halle (Saale) festgelegt, und der Ausbau der A39, die heute die Strecke zwischen Lüneburg und Wolfsburg bildet, wurde immer wieder neu bewertet.
Die heutigen Bauarbeiten sind also Teil eines jahrzehntelangen Prozesses, der stets von unterschiedlichen Einschätzungen der Dringlichkeit geprägt war. Die Entscheidung für die „Hosenträgervariante“ A14 und A39 fiel schließlich aufgrund von Umweltproblemen und hohen Kosten. Der Ausbau der Trasse für die vierspurige Umgehungsstraße in Lüneburg war bereits seit den 1930er Jahren vorgesehen, um die Innenstadt von Durchgangsverkehr zu entlasten. Heute wird diese Fläche für Wohn- und Gewerbebau genutzt.
