Heute ist der 19.05.2026 und während ich hier in Hildesheim sitze, denke ich an den letzten Deutschen Katholikentag, der vor kurzem in Würzburg stattfand. Das Bistum Fulda war mit von der Partie und stellte sich unter das Leitwort „Hab Mut, steh auf“. Ein Motto, das zum Nachdenken anregt und in diesen Zeiten vielleicht mehr denn je nötig ist. Der Mutmacher-Pavillon des Bistums war ein Ort der Begegnung und des Austauschs auf der lebhaften Kirchenmeile.
Bischof Dr. Michael Gerber war nicht nur anwesend, sondern auch aktiv. Er nahm an einer Podiums-Diskussion teil, die den Titel „Gespaltene Gesellschaft, geeinte Haltung“ trug – ein Thema, das die Gemüter der 800 Zuhörer in der St. Johannis-Kirche bewegte. Diskutanten wie Elke Büdenbender, Prof. Dr. Marcel Lewandowsky und Frieda Himstedt beleuchteten die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht. Es ging um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die demokratische Kultur und die Verantwortung der Kirche in diesen polarisierten Zeiten. Gerber selbst hob hervor, wie wichtig Begegnungen und Erfahrungsräume sind, um den Zusammenhalt zu fördern. Ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft.
Mutmacher und Gespräche
Der Mutmacher-Pavillon war ein beliebter Treffpunkt, wo zahlreiche Ehrenamtliche ihre Ideen und Energie einbrachten. Hier fanden entspannte Gespräche statt, oft bei einer Tasse Kaffee und einer Mutmacher-Karte in der Hand. Es war eine Atmosphäre, in der man sich einfach öffnen konnte. Bischof Gerber und Pröpstin Sabine Kropf-Brandau zeigten sich beeindruckt von dem Engagement der vielen Helfer, die diesen Ort lebendig werden ließen. Mehrere Gesprächsformate thematisierten Mut, Zusammenhalt und das gesellschaftliche Engagement – allesamt wichtige Aspekte, die in unserer schnelllebigen Welt oft untergehen.
Ein weiteres Highlight war der ökumenische Pilgerweg, der die Teilnehmer von St. Johannis nach St. Peter und Paul führte. Der Fokus lag auf der Begegnung von Maria und Elisabeth – eine schöne Symbolik für den Austausch und die Unterstützung in schweren Zeiten. In einem Familiengottesdienst sprach Bischof Gerber über seine eigene Krebserkrankung und ermutigte die Anwesenden, Gottes Zeichen auch in Krisenzeiten wahrzunehmen. Seine Worte waren eine Einladung, über den Tellerrand zu schauen und die eigene Glaubensreise zu reflektieren.
Ein Blick in die Zukunft
Der nächste Deutsche Katholikentag ist bereits für den Zeitraum vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn geplant. Ein Anlass, auf den sich viele freuen werden. Die Vorfreude ist groß, und ich kann mir gut vorstellen, dass die Themen der letzten Jahre weiterhin auf der Agenda stehen werden. Denn der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Rolle der Kirche sind nicht nur vorübergehende Themen, sondern Herausforderungen, die uns alle angehen.
Insgesamt war der Katholikentag in Würzburg ein lebendiges Beispiel dafür, wie wichtig es ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Begegnungen, die in den letzten Tagen stattfanden, werden sicherlich noch lange nachwirken. Es bleibt zu hoffen, dass der Mut, der in Würzburg gefordert wurde, auch in die kommenden Jahre trägt und wir weiterhin Räume schaffen, in denen Gespräche und Begegnungen stattfinden können. So kann der Glaube nicht nur gelebt, sondern auch geteilt werden – und das ist doch das, was zählt.