Am 14. März 2026 fand in Hildesheim ein bemerkenswertes Treffen statt, das von der extrem rechten Gruppe Lukreta organisiert wurde. Diese neue Gruppierung gilt als Nachfolgerin der Frauengruppierung 120Db der Identitären Bewegung. Mit etwa 10 Teilnehmerinnen, darunter Julia Gehrkens aus Winsen (Luhe) und die lokalen Organisatorinnen Maja und Letizia Lins sowie Jula Sophie Knieke, versammelten sich die Frauen in einem Eiscafé, um sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen und zu vernetzen. Die Anreise erfolgte sowohl mit Auto als auch mit der Bahn – ein bisschen wie ein geheimes Rendezvous, nur dass es hier um weit mehr als nur ein nettes Treffen ging.

Lukreta ist nicht einfach nur eine Gruppe, die sich mit harmlosen Themen beschäftigt. Die Inhalte, die sie verbreiten, sind extrem rechts und rassistisch, wobei besonders der Ethnosexismus im Vordergrund steht. Die Gruppe hat sich in neurechte Netzwerke wie die AfD eingefädelt und sucht aktiv nach Gleichgesinnten. Die Teilnahme an diesen „Meet ups“ ist mit einem Identitätsnachweis verbunden, was schon mal einen gewissen Geheimdienst-Charakter hat. Nach dem Hildesheimer Treffen kündigte Lukreta sogar an, ihre Sicherheitsstandards zu erhöhen, was bei den örtlichen Antifaschisten Alarmglocken läuten ließ.

Die Inszenierung der „patriotischen Frau“

Ein zentraler Punkt in der Strategie von Lukreta ist die Inszenierung junger Frauen als patriotische Mütter und Hausfrauen, die für massenhafte Abschiebungen von Migranten plädieren. Dr. Juliane Lang von der Universität Gießen hat darauf hingewiesen, dass Frauen historisch im Rechtsextremismus aktiv waren, sowohl sichtbar als auch im Hintergrund. Seit den 1990er-Jahren sind rechtsextreme Frauengruppen entstanden, um Frauen für politische Positionen zu schulen. Heutzutage sind mehr Frauen in sichtbaren Positionen im Rechtsextremismus vertreten, und die Szene hat sich geöffnet, was für viele junge Frauen eine Einladung darstellt.

Social Media spielt eine entscheidende Rolle für die Mobilisierung von Lukreta. Über Instagram präsentieren sie sich in einem harmlosen Licht, während sie gleichzeitig politische Botschaften verbreiten. Die Gruppe thematisiert auch die sogenannte „importierte Gewalt“ gegen Frauen, die sie vor allem mit Migranten in Verbindung bringen. Diese Narrative werden geschickt verknüpft und bieten einen emotionalen Aufhänger, um neue Anhängerinnen zu gewinnen. Einige Aktivistinnen von Lukreta waren zuvor in der Identitären Bewegung aktiv, was die Verbindungen zur AfD weiter festigt. Besonders auffällig ist die Rolle von Shaleen Fuller, einer AfD-Aktivistin, die sich mit provokanten Bildern und Slogans zeigt und damit junge Frauen ansprechen möchte.

Ein Netzwerk der Gefahr

Die Verbindungen von Lukreta gehen weit über die deutschen Grenzen hinaus. Laut einem Bericht von Team.recherche ist die Gruppe Teil eines europaweiten rechtsextremen Netzwerks, das bis ins Europäische Parlament reicht. Die Gründerin von Lukreta, Reinhild Boßdorf, ist als Assistentin für den AfD-Europaabgeordneten Alexander Jungbluth tätig, während ihre Mutter, Irmhild Boßdorf, selbst Europaabgeordnete und Teil der ESN-Fraktion ist. Das stellt nicht nur die Dringlichkeit, sondern auch die Gefahr dieser Netzwerke klar: Sie operieren nicht nur lokal, sondern strategisch überregional.

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Die Strategie von Lukreta, Frauenkongresse zur Vernetzung außerhalb sozialer Medien zu organisieren, wird als brandgefährlich eingestuft. Ein Beispiel ist der „Internationale Frauenkongress“, der im Juni 2025 in Nordrhein-Westfalen stattfand und teilweise durch Steuergelder finanziert wurde. Hier treffen sich Vertreterinnen von Lukreta regelmäßig mit politischen Akteuren aus ganz Europa, um ihre völkisch-rassistischen Agenden voranzutreiben. Der Begriff „Remigration“, der mit Deportationsplänen assoziiert wird, wird zunehmend in diesen Kreisen genutzt. Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen – überall bilden sich neue rechtsextreme Frauengruppen, die sich untereinander als „Schwestern“ verstehen und ähnliche Ziele verfolgen.

Die Verbreitung von Bildern und Informationen über vermeintliche Antifas, die von Lukreta inszeniert wird, stellt für die Betroffenen eine erhebliche Bedrohung dar. Auf Social Media wird ein Narrativ konstruiert, das von einer Hetzjagd durch linke Männer auf rechte Frauen spricht. Solche Geschichten finden in rechten Medien und auf Social Media großen Anklang und verstärken die Polarisierung in der Gesellschaft. Doch während Lukreta sich als harmlos inszeniert, steckt hinter dieser Fassade eine gefährliche Agenda, die es zu beobachten gilt.