In Helmstedt sorgt ein ganz besonderer Besucher für Aufregung im Garten einer Frau. Ellen Henties, eine Anwohnerin, hat seit zwei Wochen einen Waschbären, der sich regelmäßig in ihrem Garten blicken lässt. So ein süßes, pelziges Wesen – könnte man denken! Doch statt Freude über die tierischen Nachbarn, hat Ellen eher mit einem ungebetenen Gast zu kämpfen. Ihr Garten, der einst ein Ort der Ruhe war, wird nun von dem cleveren Tier regelmäßig aufgemischt. Die munteren Waschbären sind nicht nur für ihre Neugier bekannt, sondern auch für ihre Intelligenz – sie können sich Problemlösungen bis zu drei Jahre lang merken. Da kann man sich vorstellen, dass der Waschbär in Ellens Garten sich nicht so leicht vertreiben lässt.

Waschbären sind keine einheimischen Geschöpfe. Ursprünglich stammen sie aus Nordamerika und wurden in den 1920er Jahren nach Deutschland gebracht, um der Nachfrage nach Pelzen gerecht zu werden. Die ersten Waschbären wurden dann am 12. April 1934 im Vöhler Forst in Nordhessen ausgesetzt. Komischerweise geschah dies unter dem Vorwand, die heimische Fauna „zu bereichern“. Seitdem hat sich die Waschbär-Population in Deutschland auf über eine Million geschätzt, und ihre Verbreitung scheint unaufhaltsam. Ellen hat alles versucht, um den kleinen Eindringling loszuwerden – sie hat sogar Fotos des Waschbären gemacht und diese auf Facebook geteilt. Aber der Waschbär ist hartnäckig. Er kommt über die Dächer der umliegenden Häuser und schaut sogar durch Fenster. Das muss ein seltsames Bild abgeben!

Der Waschbär – ein cleverer Nachtschwärmer

Die Waschbären sind mit ihren feinen Vorderpfoten, die viermal so viele Sinneszellen haben wie der Rest des Körpers, perfekt ausgestattet, um ihre Umgebung zu erkunden. Sie „sehen“ quasi auch im Dunkeln, was ihre nächtlichen Streifzüge besonders spannend macht. Ellen hat bereits alle möglichen Gegenstände, die den Waschbären interessieren könnten, ins Haus geholt, aber der kleine Kerl bleibt hartnäckig. In der Dämmerung wird der Garten zum Abenteuerspielplatz für den kleinen Räuber. Er ist neugierig und hat ein großes Interesse an allem, was glänzt oder duftet – und das hat Ellen zu denken gegeben.

Das Problem? Ellen hat Bedenken, dass sie im Sommer, wenn die Temperaturen steigen, Fenster oder Türen offenlassen muss. Wer möchte schon einen Waschbären im Wohnzimmer haben? Die Suche nach Unterstützung gestaltet sich als schwierig. Der Landkreis kann ihr nicht helfen, und sie benötigt dringend eine Lebendfalle. Aber ohne Auto wird das Ganze zur Herausforderung. Ellen plant, es mit Hausmitteln wie Essig, Chiliflocken und sogar Hundehaaren zu versuchen, um den Waschbären abzuschrecken. Ein kreativer Ansatz, auch wenn er nicht ganz sicher ist, ob er funktioniert!

Ein Blick auf die Waschbärpopulation in Deutschland

Waschbären sind allesfressende Tiere, die sich von Insekten, Früchten und sogar Müll ernähren, wenn sie in der Nähe von Menschen leben. Ihre Anpassungsfähigkeit ist beeindruckend – sie haben sich in Laub- und Mischwäldern angesiedelt und sind zunehmend in menschlichen Siedlungen anzutreffen. Das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz regeln den Umgang mit ihnen. In Hessen dürfen Waschbären beispielsweise vom 1. August bis zum 28. Februar bejagt werden. Aber die Frage bleibt: Ist das wirklich der richtige Weg, um mit dieser invasiven Art umzugehen?

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Die Biogeografin Mari Fischer schätzt sogar, dass bis 2061 rund 71 % der Fläche Deutschlands von Waschbären bevölkert sein wird. Man kann sich vorstellen, was das für die heimische Tierwelt und die Menschen bedeutet! Ellen ist da vielleicht nur der Anfang eines viel größeren Problems. Wer weiß, vielleicht hat bald jeder einen Waschbären in seinem Garten? Die Zukunft wird zeigen, wie wir mit den cleveren kleinen Nachbarn umgehen.