Heute ist der 1.06.2026 und die Freibadsaison hat in Helmstedt begonnen. Die Sonne scheint, die Luft riecht nach frischem Chlor und das Wasser plätschert fröhlich. Während die ersten Schwimmer bereits ihre Bahnen ziehen, gibt es eine besorgniserregende Entwicklung. Immer weniger Kinder können schwimmen – und das nicht nur hier in Helmstedt, sondern deutschlandweit. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Laut einer Forsa-Befragung aus 2022 sind sechs von zehn Kindern am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer. Das ist erschreckend, oder?

Besonders alarmierend ist, dass Kinder aus finanziell schwachen Haushalten oft die Schwimmfähigkeit nicht erlernen können. Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen von bis zu 2.500 Euro können etwa 50% der Kinder nicht schwimmen! Im Vergleich dazu sind es bei Familien, die mehr als 4.000 Euro verdienen, nur 12%. Ein klarer Hinweis darauf, dass die finanzielle Situation der Eltern einen direkten Einfluss auf die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder hat. In Hamburg sind kostengünstige Schwimmkurse oft monatelang ausgebucht. Bis zu zwei Drittel der Grundschüler aus einkommensschwachen Stadtteilen können nicht sicher schwimmen.

Das Freibad in Grasleben als Rettungsanker

Doch es gibt Hoffnung! Das Freibad in Grasleben hat ein bemerkenswertes Konzept entwickelt: Kostenlose Schwimmkurse für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Seit einigen Jahren werden hier einladende Schwimmkurse angeboten. Sascha Nieß, Meister für Bäderbetriebe, hebt die Bedeutung dieser Initiative hervor. Im Jahr 2025 gab es Hunderte Anmeldungen – 180 Seepferdchen und etwa 90 Freischwimmer-Abzeichen wurden vergeben. Für die Saison 2026 sind bereits über 160 Anmeldungen eingegangen, noch bevor die Saison richtig begonnen hat. Das spricht für sich!

Die Kurse laufen von Juni bis zum Ende der Freibadsaison und sind ein echtes Erfolgsmodell. In 26 Kursen im vergangenen Jahr konnten viele Kinder die Grundlagen des Schwimmens erlernen. Für 2026 sind sogar 30 Kurse geplant. Die Teilnehmer kommen aus dem Landkreis Helmstedt oder Börde, und die Anmeldung erfolgt unkompliziert online oder per E-Mail. Die Plätze werden auf einer Warteliste vergeben, und die Schwimmmeister geben ihr Bestes, um alle Interessierten unterzubringen. Das zeigt, wie wichtig der Rückhalt der Gemeinschaft ist.

Die Rolle der DLRG und die Realität der Schwimmfähigkeit

Die DLRG hat festgestellt, dass 57 Prozent der Kinder von ihren Eltern als sichere Schwimmer eingestuft werden. Doch hier liegt ein Problem: Viele Eltern glauben fälschlicherweise, dass der Besitz des Seepferdchens automatisch bedeutet, dass ihr Kind sicher schwimmen kann. Dabei bescheinigt das Seepferdchen nur das Beherrschen der Grundlagen. Wirklich sicher schwimmen lernen Kinder erst mit dem Freischwimmer, also dem Schwimmabzeichen Bronze.

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Die DLRG schätzt, dass am Ende der Grundschule sogar 58% der Kinder keine sicheren Schwimmer sind. Das ist ein alarmierender Trend! Der Anteil unsicherer Schwimmer ist zwar gesunken – von 31% auf 23% – doch das ändert nichts daran, dass immer mehr Kinder nicht die nötigen Fähigkeiten besitzen. Die Zahlen sind deutlich: 21% der Kinder, die von ihren Eltern als sicher oder unsicher eingestuft werden, haben kein Schwimmabzeichen abgelegt. Diese Diskrepanz zwischen elterlicher Wahrnehmung und Realität ist besorgniserregend.

Die finanzielle Unterstützung durch die Bürgerstiftung Ostfalen, den Landessportbund Niedersachsen, den Kreissportbund Helmstedt und lokale Unternehmen ist daher von großer Bedeutung. Hier spenden Firmen zwischen 300 und 1.000 Euro, um die Schwimmkurse zu finanzieren. Eine tolle Sache! Die Gemeinschaft zeigt, dass sie bereit ist, in die Zukunft ihrer Kinder zu investieren. Denn Schwimmen ist nicht nur eine Frage des Spaßes, sondern auch der Sicherheit. Und das sollten wir alle im Hinterkopf behalten.