In Helmstedt hat das Schicksal von Jörg Wiszinski viele Menschen berührt. Nach dem Überstehen von gleich acht Herzinfarkten, die ihn in die Knie gezwungen haben, war er auf der Suche nach einem Spenderorgan, um sein Leben zu verlängern. „Die Geschichte meiner Kämpfe hat mich gelehrt, wie wichtig Organspenden sind“, erzählt Wiszinski in der Helios St. Marienberg Klinik. Er nutzt seine Erfahrung, um andere für die Notwendigkeit von Organspenden zu sensibilisieren. Ein einzelner Organspender kann im besten Fall bis zu sieben Menschen das Leben retten – das sind nicht nur Zahlen, das sind Hoffnungen und Träume. Organe wie das Herz, die Lunge oder die Niere können übertragen werden, und gerade in Deutschland, wo die Organspende freiwillig ist, ist es entscheidend, dass jeder sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Wiszinski, der seinen ersten Herzinfarkt bereits im Jahr 2001 im Alter von 36 Jahren erlitt, hat eine Reise hinter sich, die viele mit Schrecken erfüllt. Nach seinem letzten Infarkt im Januar 2023 wurde er für ein Spenderorgan gelistet. Doch während der Nacht erlitt er einen weiteren Infarkt – es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein Kunstherz half ihm 20 Monate lang, aber die Einschränkungen waren enorm. Erst im Mai 2024, nach einer schweren Sepsis, wurde er für eine hochdringliche Transplantation gelistet. Der große Moment kam am 25. September 2024, als er den erlösenden Anruf erhielt. „Die Operation war ein voller Erfolg, und ich fühlte mich schnell schmerzfrei“, sagt er mit einem Strahlen in den Augen.

Ein neues Leben und die Bedeutung der Organspende

Heute ist Wiszinski ein anderer Mensch. Er genießt sein neues Leben in vollen Zügen – hat sich ein E-Auto und einen E-Scooter zugelegt und kann wieder in der Ostsee baden. Diese kleinen Freuden, die für viele selbstverständlich erscheinen, sind für ihn eine Offenbarung. Es ist nicht nur ein neues Herz, das ihm geschenkt wurde, sondern auch die Möglichkeit, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Um seinem unbekannten Spender zu gedenken, stellt er jeden Sonntag eine Kerze ins Fenster. Diese Geste des Dankes ist ihm wichtig. Mit einem tiefen Atemzug plant er sogar, über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) eine anonyme Anfrage an die Angehörigen des Spenders zu stellen – vielleicht um zu zeigen, wie sehr ihm das neue Leben bedeutet.

Doch Wiszinskis Geschichte ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine Botschaft an die Gesellschaft. Franziska Dräger von der Helios Klinik hebt hervor, wie wichtig Aufklärung und Dialog über Organspenden sind. In Deutschland warten derzeit rund 600 Menschen auf ein Spenderherz, und die Wartezeit kann je nach Blutgruppe, Körpergröße und Dringlichkeit variieren. Die Erfolgsquote einer Herztransplantation steht bei etwa 80%, und nach fünf Jahren leben noch etwa 70% der Transplantierten mit ihrem neuen Herzen – beeindruckende Zahlen, die Hoffnung geben.

Die Zahlen sprechen für sich

Die Statistiken zur Organspende sind alarmierend und zeigen, dass der Bedarf an Spenderorganen größer bleibt als das verfügbare Spendenaufkommen. Im Eurotransplant-Raum, zu dem auch Deutschland gehört, wurden von Januar bis September 2025 insgesamt 715 postmortale Organspender gezählt. Deutschland hat den größten absoluten Beitrag, liegt jedoch im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße hinter anderen Ländern zurück. Zurzeit warten etwa 8.145 Menschen auf ein Spenderorgan – eine Zahl, die zum Nachdenken anregt. Die organisierten Bemühungen um die Aufklärung und die Suche nach Spendern sind von größter Bedeutung. Jeder Einzelne kann einen Unterschied machen, indem er sich mit dem Thema auseinandersetzt und vielleicht sogar eine Entscheidung für die Organspende trifft.

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Wiszinski ist mehr als ein Überlebender. Er engagiert sich aktiv im Verein „Pulslosleben“ und setzt sich für die Aufklärungsarbeit zur Organspende ein. Seine Geschichte wird zur Inspiration für viele, und er zeigt, dass das Leben nach einer Transplantation lebenswert ist. „Ich bin einfach nur dankbar, dass ich eine zweite Chance bekommen habe“, fasst er seine Gefühle zusammen. Und das ist, was am Ende zählt – Leben zu retten und anderen Hoffnung zu geben.

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