Heute ist der 19.04.2026 und Hannover bereitet sich auf ein Highlight der Industriegeschichte vor: die Hannover Messe, die vom 20. bis 24. April stattfindet. Diese Messe ist nicht nur die weltgrößte Ausstellung für Maschinenbau und Elektrotechnik, sondern bringt auch einen neuartigen Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) und erstmals auf Rüstung. Das Motto „Industrial Transformation“ unterstreicht den Stellenwert von KI in der Produktion, Automatisierung und Robotik.

Die Eröffnung der Messe wird von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva im Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren vollzogen. Dies geschieht im Rahmen der deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen, die am Montag im Schloss stattfinden und sich auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern konzentrieren. An diesen Gesprächen nehmen sieben brasilianische und acht deutsche Minister, darunter Verteidigungsminister Boris Pistorius, teil.

Neuer Themenbereich und beeindruckende Teilnehmerzahl

Die Hannover Messe erwartet eine Besucherzahl von über 130.000, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt, als rund 127.000 Gäste die Messe besuchten. Um den Besuchern die Anreise zu erleichtern, plant die Messe Shuttle-Busse sowie S-Bahn-Verbindungen, trotz eines angekündigten Warnstreiks im Nahverkehr, der die Anreise zum Messegelände erschweren könnte.

Ein neu eingeführter Themenbereich, der „Defense Production Parc“, wird etwa 40 Rüstungsunternehmen auf 1.200 Quadratmetern präsentieren. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr: Niedersächsische Rüstungsunternehmen berichten von Umsatzrekorden und schaffen neue Arbeitsplätze, trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche. Die Messe wird somit nicht nur ein Schaufenster für Innovation, sondern auch ein wichtiger Ort für sicherheitspolitische Diskussionen und die Präsentation neuer Technologien.

Fokus auf Künstliche Intelligenz

Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, hebt die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit hervor. Auf der Hannover Messe wird der produktive Einsatz von Künstlicher Intelligenz und deren Mehrwert für Unternehmen besonders betont. Der Einsatz industrieller KI wird als zentraler Treiber für Effizienzgewinne, höhere Produktivität und neue Geschäftsmodelle angesehen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Rund 4.000 Ausstellende aus Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie Energiewirtschaft sind vertreten. Dabei präsentieren Unternehmen und Forschungsinstitute beeindruckende Anwendungen von KI und Robotik in der Industrie. Beispielsweise zeigt Agile Robots den humanoiden Roboter Agile ONE, der in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen und in Echtzeit zu agieren. Siemens demonstriert KI-Systeme in einer flexiblen Schuhproduktion, während SEW-EURODRIVE eine KI-basierte Chatfunktion zur Maschinenkonfiguration vorstellt.

Politische Prominenz und Austausch

Die Center Stage der Messe wird zum zentralen Diskussionspunkt für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Am ersten Messetag diskutieren Bundeskanzler Merz und führende Industrievertreter über die Skalierung von KI. Unter den hochkarätigen Gästen sind auch Astronaut Alexander Gerst und Forschungsministerin Dorothee Bär, die an weiteren Diskussionen zu Innovationen in der Formel 1 und sicherheitspolitischen Themen teilnehmen.

Brasilien, das Partnerland der Messe, spielt eine zunehmend wichtige Rolle in den Bereichen Klimaschutz, Fachkräfte und Lieferketten für deutsche Interessen. Es wurde als Partnerland ausgewählt, weil es eine Führungsrolle in erneuerbaren Energien und Digitalisierung einnimmt. Deutschland ist der größte europäische Wirtschaftspartner Brasiliens, wobei deutsche Tochterunternehmen etwa 10% des brasilianischen Industrie-BIP erwirtschaften und 250.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Hannover Messe 2026 verspricht, ein Ort des Austauschs und der Innovation zu sein, der nicht nur die industrielle Landschaft, sondern auch die internationalen Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien prägen wird.