Heute ist der 2.05.2026 und die Polizeidirektion Hannover schlägt Alarm: Seit Oktober 2025 registrieren die Behörden einen besorgniserregenden Anstieg von Betrugsdelikten auf einer Online-Verkaufsplattform für Gebrauchtartikel. Insbesondere zu Beginn des Jahres 2026 steigen die Fallzahlen in Niedersachsen weiterhin an. Der Gesamtschaden beläuft sich bislang auf rund 80.000 Euro, wobei es immer wieder zu Einzelfällen im fünfstelligen Bereich kommt.
Die Betrüger haben es vor allem auf Verkäufer abgesehen, die ihre Waren versenden möchten. Diese Täter kontaktieren die Verkäufer über die Plattform und geben vor, an den Artikeln interessiert zu sein. Oftmals wird der Vorschlag gemacht, die Funktion „Sicher bezahlen“ zu nutzen – ein Vorgehen, das sich jedoch als reine Täuschung entpuppt. Die Betrüger schildern angebliche technische Probleme oder täuschen erfolgreiche Zahlungen vor, um ihre Opfer in die Irre zu führen.
Die Masche der Betrüger
Die Opfer erhalten einen Link zu einer gefälschten Webseite, die der offiziellen Plattform zum Verwechseln ähnlich sieht. Hier werden persönliche Daten sowie Online-Banking-Zugangsdaten oder Kreditkartendaten abgefragt. Besonders fatal: Mobiltelefon-Nutzer übersehen oft die gefälschte Webadresse, was die Gefahr zusätzlich erhöht. Der Abschluss des Betrugs erfolgt durch die Bestätigung einer Push-TAN in der Banking-App, was den Tätern unberechtigte Überweisungen oder Kreditkartenabbuchungen ermöglicht.
Die zentrale Kriminaldienst Hannover gibt daher eine Reihe von Schutzmaßnahmen heraus, um potentielle Opfer zu warnen und zu schützen. Dazu gehört, dass man keine externen Links bei Bezahlvorgängen anklicken sollte. Es ist ratsam, Zahlungsprozesse direkt über die offizielle Plattform abzuwickeln und niemals Online-Banking-Zugangsdaten auf verlinkten Webseiten einzugeben. Push-TANs sollten nur dann bestätigt werden, wenn man die Transaktion selbst ausgelöst hat. Bei Verdacht sollte man den Kontakt sofort abbrechen und den Vorfall melden.
Handlungsempfehlungen für Betroffene
Opfer solcher Betrugsmaschen sollten umgehend ihre Bank kontaktieren, ihren Online-Banking-Zugang sperren lassen und Anzeige erstatten. Die Polizei warnt eindringlich, sich bei Zahlungsabwicklungen nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen. Jeder sollte sich die Zeit nehmen, um die Sicherheit seiner Daten zu gewährleisten.
In einer zunehmend digitalisierten Welt ist es unerlässlich, wachsam zu bleiben und sich der Risiken bewusst zu sein. Auch wenn der Kauf von Gebrauchtwaren online verlockend ist, sollte man stets auf die eigene Sicherheit achten. Letztlich sind es nicht nur die finanziellen Schäden, die zählen, sondern auch der Verlust an Vertrauen in das vermeintlich sichere Online-Shopping.