Heute, am 26. Mai 2026, wird ein bedeutender Schritt in der Wolfsbewirtschaftung in Niedersachsen vollzogen. Nach monatelangen Diskussionen im „Dialogforum Wolf“ sind die Ergebnisse nun endlich auf dem Tisch. Die besorgniserregende Situation rund um die Wölfe hat die politischen Entscheidungsträger zum Handeln gezwungen. Ab dem 1. Juli endet die Schonzeit für Wölfe – eine Regelung, die sowohl bei Tierhaltern als auch bei Jägern auf Zustimmung trifft, wenngleich die Meinungen über die Details stark auseinandergehen.
Ein neuer Wolfsmanagement-Plan sieht vor, dass problematische Jungwölfe ab dem 1. Juli abgeschossen werden dürfen. Und ab dem 1. November stehen dann auch die erwachsenen Wölfe auf der Abschussliste. Die ganze Sache wird unbürokratisch angegangen: Jäger dürfen auf einen Radius von drei Kilometern um den Standort des Wolfes schießen. Sollte es in einem Gebiet mindestens drei Wolfsangriffe geben, wird es zum Interventionsgebiet erklärt, was die Bejagung des gesamten Rudels erlaubt. Niedersachsen plant, über die Regelungen des Bundesjagdgesetzes hinauszugehen, was besonders die Weidetierhalter freut, die sich seit Langem um ihre Tiere sorgen.
Ein neuer Weg in der Wolfsjagd
Das neue niedersächsische Jagdgesetz, das am 1. Juli in Kraft tritt, hat bereits für viele Diskussionen gesorgt. Die CDU fordert eine Bejagungsquote für Wölfe, während Naturschützer wie der NABU auf Herdenschutz setzen und die Tötung ganzer Rudel kritisieren. Die Meinungsvielfalt ist groß! Ein besonders erschreckendes Beispiel für die Problematik ist der größte dokumentierte Wolfsangriff in Niedersachsen, bei dem rund 70 Schafe in Füchtenfeld gerissen wurden. Trotz der Freigabe von zwei Wölfen zum Abschuss blieb es aufgrund des Elternschutzes bisher beim Schießen auf den Wolf.
Die Novelle des Bundesjagdgesetzes, die am 27. März 2026 vom Bundesrat beschlossen wurde, hat grundlegende Veränderungen mit sich gebracht. Der Wolf wird künftig offiziell ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Und jetzt liegt die Umsetzung der Bejagung in den Händen der einzelnen Bundesländer. Niedersachsen hat bereits angekündigt, 2026/27 maximal 27 Wölfe zu entnehmen. Davon sollen 22 in der atlantischen Region und 5 in der kontinentalen Region entnommen werden. Schaut man auf die Zahlen aus dem Jahr 2024/25, gab es in Niedersachsen 54 Fallwildtiere, von denen nur drei territorial adult waren. Das bedeutet, dass noch 24 adulte Wölfe entnommen werden dürfen, um die Population im Griff zu halten.
Die Herausforderungen des neuen Managementplans
Doch so einfach, wie es klingt, wird es nicht. Das Landesjagdgesetz muss angepasst werden, bevor ein überregionaler Managementplan in Kraft treten kann. Zudem wird die Bejagung möglicherweise komplizierter und bürokratischer, da regionale Unterschiede in der Umsetzung berücksichtigt werden müssen. Das Ministerium hat bereits Handreichungen zu den Voraussetzungen für den Abschuss an die Unteren Jagd- und Naturschutzbehörden übermittelt. Eine zweite Kabinettsbefassung zum niedersächsischen Jagdgesetz steht ebenfalls an, um die letzten Details zu klären.
In anderen Bundesländern wie Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es ähnliche Regelungen für den Abschuss einzelner Problemwölfe, doch auch hier fehlen oft angepasste Jagdgesetze. Das bedeutet, dass Niedersachsen mit seinem neuen Ansatz eine Vorreiterrolle einnehmen könnte, wenn alle Hürden überwunden werden. Und nicht zu vergessen: Der Schutz von Weidetieren und die Stärkung präventiver Herdenschutzmaßnahmen stehen ebenfalls im Fokus, um die Sorgen der Tierhalter zu lindern.
Die Situation rund um die Wölfe in Niedersachsen bleibt also spannend. Während einige sich auf die bevorstehenden Änderungen freuen, gibt es auch viele, die mit Skepsis auf die Umsetzung blicken. Die nächsten Monate werden zeigen, wie erfolgreich die neuen Regelungen in der Praxis tatsächlich sein werden.