Am Sonntag, dem 7. Juni 2026, hat die Polizeiinspektion Goslar, zusammen mit der Polizeidirektion Braunschweig und der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, eine beeindruckende Verkehrssicherheitsaktion unter dem Motto „Sicher durch den Harz“ durchgeführt. Dabei standen insbesondere Motorradfahrende im Fokus. Die Maßnahmen fanden an Unfallhäufungsstrecken statt, was eine ganz klare Ansage an alle Verkehrsteilnehmer war: Sicherheit geht vor!
So wurde beispielsweise das Überholverbot auf der B 241 zwischen Goslar und Auerhahn gründlich überprüft. Technische Kontrollen an der B 498 und L 504 im Bereich Altenau waren ebenfalls Teil des Programms. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Goslar und der Stadt Goslar unterstrich die Bedeutung eines gemeinsamen Ansatzes für mehr Verkehrssicherheit. Und hier kommt das Präventionsteam der Polizei Goslar ins Spiel, das die Motorradfahrenden über die Gefahren des Motorradfahrens aufklärte. Auch die Johanniter Unfallhilfe war mit ihrem Wissen vor Ort, um die Aktion zu unterstützen.
Verstöße und Aufklärung
Die Bilanz der Kontrolle war aufschlussreich: Insgesamt wurden 70 Tempoüberschreitungen registriert, die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei sagenhaften 98 km/h, wo doch nur 50 km/h erlaubt waren! Sechs Motorradfahrende ignorierten die Überholverbote und mussten mit Bußgeldern von mindestens 70 EUR sowie Punkten im Fahreignungsregister rechnen. Dazu kamen zehn festgestellte Verstöße wegen Bauartveränderungen, mangelhafter Bereifungen und nicht ordnungsgemäßer Abgasanlagen. Ein Motorradfahrer durfte aufgrund eines nicht verkehrssicheren Zustandes nicht weiterfahren. Die Luft war geladen von der Spannung der Kontrollen, aber auch von der Erkenntnis, dass Aufklärung und Prävention Hand in Hand gehen müssen.
Die Aktion „Sicher durch den Harz“ ist Teil eines größeren Projekts, das darauf abzielt, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Motorradfahrenden im Harz und Kyffhäuser zu senken. Das ist nicht nur ein lokal begrenztes Vorhaben. Auf Bundesebene verfolgt die Bundesregierung mit ihrer „Vision Zero“ das Ziel, bis 2030 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu reduzieren. Im Jahr 2024 kamen laut Statistischem Bundesamt 2.770 Personen im Straßenverkehr ums Leben – eine erschreckende Zahl!
Der Weg zur Verkehrssicherheit
Die Entwicklungen in der Verkehrssicherheit sind nicht zu unterschätzen. Seit 1970 gibt es einen Rückgang der Verkehrstoten um mehr als 80 Prozent. Der 2021 ins Leben gerufene „Pakt für Verkehrssicherheit“ bringt Bund, Länder und Gemeinden zusammen, um alle relevanten Akteure an einen Tisch zu holen. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für nachhaltige Lösungen. Und die Bemühungen um die Verbesserung der Straßeninfrastruktur sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen – neue Technologien und intelligente Verkehrsmanagementsysteme müssen Einzug halten, um das Risiko von Unfällen weiter zu minimieren.
Das Verkehrssicherheitsprogramm des BMV wird alle zehn Jahre aktualisiert, und der Fokus liegt auf innovativen Lösungen, die unter anderem auch die Nutzung von automatisiertem und vernetztem Fahren umfassen. Der Einbau von Abbiegeassistenzsystemen in Neufahrzeugen wird ab dem 7. Juli 2024 verpflichtend, ein Schritt, der viele Leben retten könnte. Aber nicht nur das – auch die Förderung von Fahrerassistenzsystemen in verschiedenen Fahrzeugtypen ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie.
Ein Blick in die Zukunft
All diese Maßnahmen zeigen, dass Verkehrssicherheit alle betrifft – vom Fußgänger über Radfahrer bis hin zum Autofahrer. Es ist ein großes Puzzle, in dem jede Maßnahme zählt. Die kontinuierliche Überprüfung der Verkehrssicherheitsarbeit, die alle zwei Jahre stattfindet, ist ein Zeichen dafür, dass wir nicht stillstehen dürfen. Der Weg zur Vision Zero ist lang, aber nicht unerreichbar. Mit jeder Aktion, wie in Goslar, kommen wir dem Ziel ein Stück näher.