Die Georg-August-Universität Göttingen steht vor einem Wechsel an der Spitze: Dr. Johannes Wessels wird zum neuen Präsidenten ernannt. Sein Amtsantritt ist für den 1. Oktober 2026 geplant. Derzeit ist Wessels Rektor der Universität Münster, wo er seit 2016 die strategische Ausrichtung, die Internationalisierung sowie die Forschungsprofile maßgeblich vorangetrieben hat. Mit seiner umfangreichen Führungserfahrung und einem weitreichenden Netzwerk in der deutschen Hochschullandschaft bringt Wessels frischen Wind nach Göttingen.
Der scheidende Präsident, Prof. Dr. Axel Schölmerich, war nur interimsweise im Amt. Er trat im November 2025 die Nachfolge von Prof. Dr. Martin Tolan an, der aufgrund eines autoritären Führungsstils und des Scheiterns bei der Exzellenzinitiative vom Senat abgewählt wurde. Es ist nun an Wessels, die Geschicke der Universität in eine neue Richtung zu lenken und die Herausforderungen der akademischen Landschaft zu meistern.
Wessels‘ Vision für Göttingen
Mit einer klaren Vision und dem Fokus auf Internationalisierung wird Wessels voraussichtlich die von der Kultusministerkonferenz verabschiedete Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland in seine Planungen einbeziehen. Diese Strategie, die am 14. Juni 2024 in Saarbrücken beschlossen wurde, umfasst zentrale Handlungsfelder wie die Stärkung der Hochschulen als Motoren der internationalen Mobilität und die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für internationale Studierende.
In Zeiten, in denen internationale Zusammenarbeit und Austausch in der Wissenschaft an Bedeutung gewinnen, wird Wessels‘ Erfahrung in Münster, wo er bereits zahlreiche Initiativen zur Internationalisierung auf den Weg gebracht hat, von unschätzbarem Wert sein. Die Europa-Strategie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis 2030 wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, da sie Leitgedanken für europäisches Handeln formuliert und klare Ziele vorgibt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen an deutschen Hochschulen sind vielfältig. Während die Mobilität von Studierenden und Forschenden gefördert werden soll, ist auch eine tiefere Zusammenarbeit mit internationalen Hochschulen gefragt. Die Abteilung Internationales der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstützt bereits zahlreiche Hochschulen bei der Entwicklung von Internationalisierungsstrategien. Wessels hat die Möglichkeit, diese Initiativen weiterzuführen und neue Wege zu beschreiten.
Ob durch den HSI-Monitor, der Hochschulen bei der Implementierung von Internationalisierungsstrategien unterstützt, oder durch die Reihe “DUZ Spotlight – Gute Praxis international”, die erfolgreiche internationale Projekte vorstellt, die Möglichkeiten sind vielfältig. Es bleibt abzuwarten, wie Wessels diese Ressourcen nutzen wird, um die Georg-August-Universität Göttingen auf die nächste Stufe zu heben.
Die kommenden Monate und Jahre versprechen spannend zu werden, nicht nur für Wessels, sondern für die gesamte Hochschullandschaft in Deutschland. Die Weichen sind gestellt, und die Erwartungen sind hoch. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Universität unter seiner Führung entwickeln wird.