Heute ist der 19.05.2026, und in Göttingen stehen die Zeichen auf Stillstand im Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat zur Warnstreikwoche aufgerufen, was bedeutet, dass die Verkehrsbetriebe an diesem Dienstag und Mittwoch den gesamten Verkehr einstellen. Das hat für viele Pendler und Reisende in der Stadt fatale Auswirkungen. Wer also auf Bus und Bahn angewiesen ist, sollte sich besser nach Alternativen umsehen!

Interessanterweise sind die Streiks nicht überall gleichzeitig, was zwar für etwas Entlastung sorgt, aber dennoch nicht zu unterschätzen ist. Während Göttingen am Dienstag und Mittwoch lahmgelegt wird, wird in Hannover am Mittwoch und Donnerstag gestreikt. Hier bleiben alle Busse und Bahnen der Üstra in den Depots. Die S-Bahn Hannover, betrieben von Transdev, bleibt jedoch unberührt – ein kleiner Lichtblick für alle, die auf diese Linie angewiesen sind.

Die Situation in anderen Städten

Der Streik zieht auch in andere Regionen Niedersachsens seine Kreise. In Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim, Delmenhorst und Wendland sind am Donnerstag und Freitag alle Busse und Stadtbahnen der Braunschweiger Verkehrs-GmbH und der Wolfsburger Verkehrs-GmbH betroffen. Wer also in diesen Städten unterwegs sein möchte, muss sich auf massive Einschränkungen einstellen. In Delmenhorst wird der Busverkehr am 21. und 22. Mai ebenfalls eingestellt. Das ist ein ganz schöner Aufwand für alle, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

Ein Blick zurück: In Osnabrück gab es bereits am vergangenen Freitag und Samstag einen Ausstand. Diese zweite Warnstreikrunde in der aktuellen Tarifrunde ist das Ergebnis von monatelangen Verhandlungen, die seit Februar laufen. Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage, höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sowie eine Entlastung der Arbeitszeiten. Verständlich, wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen viele Beschäftigte im ÖPNV arbeiten müssen – Schichtdienst, Personalmangel und Überstunden sind an der Tagesordnung.

Die Hintergründe der Streiks

Die Arbeitgeber, vertreten durch den kommunalen Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV), haben sich jedoch bisher gegen die Forderungen der Gewerkschaft gewehrt. Sie kritisieren die Streiks und argumentieren, dass eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit nicht zeitgemäß sei. Stattdessen bringen sie eigene Vorschläge ein, die eher als Rückschritt zu werten sind – etwa eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden und die Kürzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Das klingt nicht nach einer Lösung, die den Beschäftigten zugutekommt.

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Was viele nicht wissen: Die Forderung nach einer Reform der ÖPNV-Finanzierung schwebt schon seit Jahren im Raum. Politische Ursachen der Unterfinanzierung machen es den Verkehrsunternehmen schwer, ihre Mitarbeiter angemessen zu entlohnen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Es ist ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. Verdi ruft zur Solidarität und aktiven Teilnahme an der Auseinandersetzung auf – denn gute Arbeitsbedingungen müssen erkämpft werden.

Die nächste Verhandlungsrunde steht bereits am 1. Juni 2026 an. Ob hier Fortschritte erzielt werden können, bleibt abzuwarten. Für die Beschäftigten im Nahverkehr und die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel sind diese Tage eine echte Geduldsprobe. Vielleicht bringt die Zukunft ja ein wenig Licht ins Dunkel der Tarifverhandlungen!