Musikalische Seelenreise: Göttinger Händel-Festspiele vereinen Weckmann und Strawinsky
Am Sonntag, dem 28. Juni 2026, wird die altehrwürdige Stadt Göttingen zu einem Ort der Musik und des Theaters, denn die Göttinger Händel-Festspiele laden zur Aufführung eines ganz besonderen Programms ein. Was erwartet uns? Eine faszinierende Kombination aus den Werken von Matthias Weckmann und Igor Strawinsky, die nicht nur musikalisch, sondern auch thematisch tiefgründig sind. Das Fantasica Ensemble und das Göttinger Symphonieorchester bringen zusammen mit talentierten SchauspielerInnen des Deutschen Theaters eine Erzählung auf die Bühne, die von Menschlichkeit und Verzweiflung erzählt – ein echtes Erlebnis für alle Sinne!
Die Veranstaltung beginnt um 21:30 Uhr und erstreckt sich bis Mitternacht. Die Mischung aus Kantate und Musiktheater wird das Publikum mit auf eine emotionale Reise nehmen. Strawinskys Musiktheaterstück „Die Geschichte vom Soldaten“, das erstmals im September 1918 in Lausanne aufgeführt wurde, erzählt von einem Soldaten, der in einem verzweifelten Moment einen gefährlichen Pakt mit dem Teufel eingeht. Die Handlung, die in einer märchenhaften Form präsentiert wird, spiegelt die verlorene Generation wider, die vom Krieg gezeichnet ist. Ein Thema, das heute, 2026, aktueller denn je scheint.
Die Verzweiflung in der Kunst
Parallel dazu wird Weckmanns Kantate „Wie liegt die Stadt so wüste“ zu hören sein. Geschrieben im Jahr 1663, thematisiert sie die menschliche Verzweiflung während einer Pest-Epidemie und verleiht dem Abend eine tiefe, nachdenkliche Note. Die Verbindung zwischen diesen beiden Werken wird durch den Text von Erasmus von Rotterdam, „Süß ist der Krieg den Unerfahrenen“, verstärkt, der die Kriegsromantik kritisch hinterfragt. In dieser Inszenierung von Erich Sidler wird Weckmanns Werk durch beeindruckende bildstarke Projektionen von Folkert Uhde ergänzt, was das Erlebnis noch intensiver macht.
Mitwirkende wie die Sopranistin Ingrida Gapova und der Bassist Przemysław Józef Bałka, sowie Paul Trempnau als Teufel und Gabriel von Berlepsch als Vorleser, bringen die Geschichten zum Leben. Adrian Grünewald, der die Rolle des Soldaten verkörpert, wird sicherlich für Gänsehaut sorgen. Die Leitung hat Georg Köhler übernommen, der mit seinem Gespür für Emotionen das Ensemble zu Höchstleistungen antreiben wird.
Ein Abend voller Emotionen
Das Programm beinhaltet nicht nur die klassischen Werke, sondern auch moderne Reflexionen über Krieg und Frieden. So wird Udo Lindenbergs Lied „Wozu sind Kriege da?“ als Teil der Aufführung zu hören sein, das mit seiner direkten Ansprache zum Nachdenken anregt. Die Verbindung der unterschiedlichen Epochen der Musik – von Weckmanns barocker Klage bis hin zu Strawinskys zeitgenössischem Drama – schafft einen spannenden Dialog über die menschliche Existenz im Angesicht von Krisen und Katastrophen.
In der heutigen Zeit, wo das Echo von Konflikten und Unsicherheit auch in unseren Alltag dringt, ist es umso wichtiger, solche Themen in der Kunst zu reflektieren. Diese Veranstaltung könnte eine Gelegenheit sein, innezuhalten und die eigene Perspektive zu hinterfragen. Ein Abend, der vielleicht mehr als nur Unterhaltung bietet – eine Einladung zur Reflexion über unsere Welt, die sich ständig im Wandel befindet.
Die Aufzeichnung dieser fesselnden Veranstaltung fand bereits am 20. Mai 2026 im Deutschen Theater Göttingen statt. Für alle, die nichts verpassen möchten, gibt es den NDR Kultur E-Mail-Newsletter, der regelmäßig über spannende Kulturveranstaltungen und Angebote informiert. Und wer sich für weitere Konzerte und Events in der Region interessiert, wird ebenfalls fündig – Göttingen hat so viel zu bieten!
Markiert euch den 28. Juni in eurem Kalender – es lohnt sich! Der Abend wird ein Fest für die Sinne und ein Moment des Nachdenkens, der sicher lange in Erinnerung bleibt.
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