Heute ist der 3.05.2026, und in Göttingen brodelt es. Die Sache mit dem Deutschen Buchhandlungspreis hat sich zu einem echten Drama entwickelt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat gleich drei Buchhandlungen von der Preisverleihung ausgeschlossen. Die Betroffenen sind „The Golden Shop“ aus Bremen, die „Rote Straße“ aus Göttingen und „Zur schwankenden Weltkugel“ aus Berlin. Man kann sich vorstellen, wie die Stimmung in diesen Läden ist – ziemlich angespannt, um es milde auszudrücken.

Ursprünglich sollte die Preisverleihung am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden. Insgesamt wären 118 Buchläden geehrt worden, mit Preisen zwischen 7.000 und 25.000 Euro. Aber dann kam Weimer mit seiner Entscheidung, die er mit einer Überprüfung nach dem sogenannten Haber-Verfahren rechtfertigte. Dieses Verfahren beinhaltet eine Abfrage beim Bundesamt für Verfassungsschutz, um zu klären, ob es nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die betreffenden Buchhandlungen gibt. Eine der Buchhandlungen soll angeblich in einem Kommunikationsnetzwerk der RAF eine Rolle gespielt haben – das ist natürlich ein schwerwiegender Vorwurf.

Juristische Auseinandersetzung

Die betroffenen Buchhandlungen sind alles andere als bereit, einfach aufzugeben. Sie haben bereits angekündigt, Anfang nächster Woche Klage gegen Weimer und den Verfassungsschutz einzureichen. Ihr Ziel? Die Wiederherstellung der ursprünglichen Preisvergabe durch die Jury. Mechthild Röttering, die Geschäftsführerin der „Rote Straße“, hat klipp und klar gesagt, dass sie die Entscheidung als eine Art Einschüchterungstaktik empfindet. Und das hat sie nicht nur in einem Nebensatz erwähnt – Röttering spricht von Angriffen auf linke Verlage und fordert eine Klärung über den Einfluss auf die Preisvergabe.

Weimer hingegen sieht sich in seiner Rolle als Beschützer der Demokratie. Er betont, dass Fördergelder nur an Institutionen gehen sollten, die „über jeden Zweifel erhaben“ sind. Man könnte sagen, das ist eine klare Ansage. Aber die Kritiker sind laut und deutlich, darunter auch Sebastian Guggolz vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Bedenken über die Transparenz und die Kriterien der Preisvergabe äußert. Komisch, wie schnell sich die Meinungen in der Kulturszene ändern können, oder?

Der Einfluss des Verfassungsschutzes

Ein weiterer brisante Aspekt ist die Rolle des Verfassungsschutzes. Der Dienst sammelt Informationen über Bestrebungen, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind. Aber hier wird es knifflig, denn Weimer wird vorgeworfen, eine Art „Gesinnungsprüfung“ durchzuführen. Das sorgt für Unmut in der Kulturszene – und auch für hitzige Diskussionen. Man kann nicht leugnen, dass Kunstfreiheit in Deutschland besonders geschützt ist, solange sie nicht gegen die Verfassung verstößt. Aber wo zieht man die Linie?

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Die betroffenen Buchhandlungen sind nicht allein auf weiter Flur. Der Steidl-Verlag und das Literarische Zentrum Göttingen haben sich ebenfalls hinter die Buchhandlungen gestellt und kritisieren den Ausschluss scharf. Es ist also ein klarer Fall von: die einen stehen zusammen, während die anderen versuchen, ihre Position zu verteidigen. Weimer selbst hat sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert. Er sorgte auch für Kontroversen, als er über eine mögliche Entlassung der Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle spekulierte. Und das ist nicht das einzige Mal, dass Weimers Firmenbeteiligungen in die Schlagzeilen gerieten – das Thema scheint ihn zu verfolgen.

Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Die Klage wird sicherlich für Aufsehen sorgen. In einer Zeit, in der Kunst und Literatur mehr denn je gebraucht werden, stellt sich die Frage: Wie weit ist der Staat bereit zu gehen, um seine Ideale zu verteidigen? Und was passiert mit denjenigen, die auf der anderen Seite stehen?