Frischer Wind für die Friesland Kliniken: Neue Gesichter im Aufsichtsrat
Gestern war ein spannender Tag für die Friesland Kliniken gGmbH. Die Nachfolge für zwei vakante Aufsichtsratsplätze wurde geklärt. Ein bisschen wie beim Schachspiel, wo man die besten Figuren richtig platziert, so haben die Verantwortlichen der CDU und der Grünen ihre Kandidaten ins Rennen geschickt. Klaus-Peter Schaps aus Wilhelmshaven wird von der CDU entsendet. Er bringt als hausärztlich tätiger Internist und Kardiologe viel Erfahrung mit. Die Grünen haben Wilhelm Wilken aus Zetel als ihren Vorschlag präsentiert – ein Mann, der 67 Jahre alt ist und sich im Ruhestand als Diplom-Sozialarbeiter einen Namen gemacht hat. Ein Wechsel, der frischen Wind in die Gremien bringen könnte!
Der Kreistag von Friesland wird am 1. Juli über diese Nachfolger entscheiden. Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Sitze vakant sind. Axel Homfeldt von der CDU und Sina Beckmann von den Grünen haben ihre Ämter niedergelegt. Der Grund? Differenzen über die Gründung der „Gesundheitscampus Varel GmbH“. Man könnte sagen, das ist wie ein Streit unter Nachbarn über die Gartengestaltung – jeder hat seine eigene Vorstellung, und manchmal führt das zu Unstimmigkeiten.
Erfahrung und Engagement
Wilhelm Wilken hat sich über die Jahre sowohl in der Diakonie Oldenburg als auch in der Wohnungslosenhilfe einen Namen gemacht. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der stationären Krankenpflege und einem klaren Fokus auf Psychiatrie ist er nicht nur ein Kenner der Materie, sondern auch ein engagierter Mensch. Seine politische Karriere als Mitglied des Gemeinderates Zetel und als Fraktionssprecher der Grünen seit 20 Jahren zeigt, dass er in der Region gut vernetzt ist. Zudem ist er seit 2011 Mitglied des Kreistages Friesland und hat sich aktiv im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit eingebracht. Was für ein Lebenslauf!
Klaus-Peter Schaps hingegen hat die medizinische Welt durch seine Tätigkeit in der Kardiologie geprägt. Als Vorsitzender der Wilhelmshavener Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen seit 2005 und stellvertretender Vorsitzender der Bezirksstelle Wilhelmshaven der Ärztekammer Niedersachsen bringt er nicht nur Fachwissen, sondern auch eine Menge Verantwortung mit. Die CDU hat sich das nicht einfach ausgedacht: Sie wollen den Aufsichtsrat fachlich stärken und professionalisieren. Man könnte sagen, sie wollen dem Gremium den nötigen Pep geben.
Der Einfluss der Aufsichtsräte
Doch was bedeutet das für die Zukunft der Friesland Kliniken? Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass Aufsichtsräte im Gesundheitswesen einen enormen Einfluss auf Budget- und Personalentscheidungen haben. Eine Studie von DHR International Neumann hat ergeben, dass diese Gremien im Vergleich zu anderen Branchen unterdurchschnittlich bezahlt werden. Das Fachwissen zu krankenhausspezifischen Themen ist oft schwach ausgeprägt. Für die Entwicklung der Kliniken ist das ein zweischneidiges Schwert. Es gibt ein Spannungsfeld zwischen Daseinsfürsorge und wirtschaftlichem Gestaltungsanspruch – eine Herausforderung, der sich vor allem die neuen Aufsichtsratsmitglieder stellen müssen.
Patrick A. Haberland von DHR International Neumann hat die Notwendigkeit eines Dialogs über die Rolle der Aufsichtsräte im Gesundheitswesen unterstrichen. Verbesserungspotenzial wurde insbesondere in den Bereichen Strategie, Transparenz und Weiterbildung identifiziert. Ein engerer Austausch zwischen Aufsichtsräten und Mitarbeitern könnte als Frühwarnsystem gegen Fehlentwicklungen dienen. Schließlich sind die Aufsichtsräte überwiegend zufrieden mit ihrer Tätigkeit, auch wenn ihre Sichtbarkeit in der Belegschaft eher gering ist. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Mitglieder diesen Spagat meistern werden.
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