Heute ist der 18.04.2026 und im Emsland sorgt eine kleine, aber ungemein interessante Kreatur für Aufregung: der Chinesische Muntjak. Diese invasive Hirschart, ursprünglich aus Asien stammend, wurde im November 2025 erstmals in Haselünne gesichtet. Mit einer Höhe von etwa einem halben Meter könnte man meinen, dieser Zwerghirsch sei harmlos. Doch die Realität sieht anders aus.

Der Muntjak ernährt sich überwiegend von Früchten und Blättern und hat in der Region keine natürlichen Fressfeinde, abgesehen vom Wolf. Das macht ihn besonders gefährlich für das empfindliche Ökosystem. Laut dem Landkreis Emsland stellt der Muntjak keine körperliche Gefahr für Menschen dar, jedoch wird er als ökologisches Risiko eingestuft. Die Kreisjägerschaft und der Tierpark Nordhorn bestätigen diese Einschätzung und warnen vor den möglichen Folgen eines anwachsenden Muntjak-Bestandes.

Ökologische Gefahren und Maßnahmen

Eine unkontrollierte Vermehrung des Muntjaks könnte verheerende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Insbesondere die Zerstörung von Brut- und Futterplätzen für Vögel wäre eine ernsthafte Bedrohung. Tierärztin Heike Weber hat bereits die dringende Empfehlung ausgesprochen, den Muntjak „schnellstmöglich“ zu entnehmen. Doch die Entnahme gestaltet sich als kompliziert: In Wohngebieten ist der Einsatz von Waffen untersagt, was die Jagd auf diesen kleinen Riesen zu einer echten Herausforderung macht.

Der Landkreis Emsland hat daher 150.000 Euro in spezielle Fallen investiert, um das Tier zu fangen. Mögliche Methoden zur Entnahme sind Betäubung oder das Fangen mit einer Lebendfalle. Leider kann der Muntjak nicht im Tierpark Nordhorn untergebracht werden, da dort kein passendes Gehege zur Verfügung steht.

Die EU und der Muntjak

Interessant ist auch, dass die EU bereits 2014 Muntjaks als invasive Art eingestuft hat, was bedeutet, dass ihre Zucht nicht mehr erlaubt ist. Ein einzelner Muntjak kann sich ohne Partner nicht fortpflanzen, was zumindest eine kleine Hoffnung auf eine Kontrolle der Population bietet. Dennoch bleibt die Sorge, dass die Muntjak-Population schnell anwachsen könnte, was die ökologischen Verhältnisse in der Region nachhaltig gefährden würde.

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Die Situation rund um den Chinesischen Muntjak wirft nicht nur Fragen zur Artenvielfalt auf, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, invasive Arten im Blick zu behalten. Die Herausforderungen, die mit ihrer Kontrolle einhergehen, sind nicht zu unterschätzen und erfordern ein gemeinsames Vorgehen von Behörden, Naturschutzorganisationen und der Bevölkerung.