Die Universität Osnabrück hat sich in ein spannendes Forschungsprojekt gestürzt, das dem Phänomen des „Grübelns“ auf den Grund gehen soll. Mit einem Fördervolumen von insgesamt 5,7 Millionen Euro, bereitgestellt von der gemeinnützigen Organisation Wellcome Trust, wird die Kognitionswissenschaftlerin Lilian Weber die zugrunde liegenden Mechanismen des Grübelns erforschen. Zusammen mit renommierten Institutionen wie der University of Oxford, ETH Zürich und der University of Exeter wird dieses Projekt koordiniert, um die Bedeutung von wiederkehrenden negativen Gedanken besser zu verstehen.

Rumination, wie das Grübeln wissenschaftlich genannt wird, zählt zu den wesentlichen Risikofaktoren für Angst- und Depressionsstörungen. Die negativen Gedanken, die oft mit diesen Erkrankungen einhergehen, können einen Teufelskreis auslösen: Angst führt zum Grübeln, welches wiederum neue Ängste hervorruft. Weber und ihr Team nutzen abstrakte mathematische Modelle, um die komplexen Denkprozesse zu entschlüsseln und die Hirnaktivität in kognitiven Aufgaben zu untersuchen.

Einblicke in die Forschungsarbeit

Die Universität Osnabrück ist bekannt für ihr starkes Institut für Kognitionswissenschaften, das interdisziplinär arbeitet. Im Rahmen des Projekts werden Experimente mit Freiwilligen durchgeführt, die strengen Auswahlkriterien unterliegen, um sicherzustellen, dass keine relevanten Vorerkrankungen vorliegen. Ein zentrales Element der Forschung ist der Einsatz von transkranieller Ultraschallstimulation, um tief liegende Hirnregionen zu beeinflussen. Diese Methode soll vorübergehende Effekte haben und keine bleibenden Veränderungen hervorrufen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Rekrutierung von Menschen, die viel grübeln, nachdem erste Experimente mit gesunden Teilnehmern erfolgreich durchgeführt wurden. Obwohl diese Hirnstimulation nicht als erste Therapieoption gilt, könnte sie bei Therapieresistenz eine interessante Alternative darstellen. Das Projekt ist als Fünf-Jahres-Vorhaben angelegt und hat gerade begonnen.

Zusammenhänge und gesellschaftliche Relevanz

In der heutigen Zeit gewinnen die Themen Depression und Grübeln zunehmend an Bedeutung. Laut der Krankenkasse KKH haben sich die Zahlen von Depressionen teilweise mehr als verdoppelt, was insbesondere auf die Belastungen während der Corona-Krise zurückzuführen ist. Die Symptome von Depressionen sind oft vielschichtig und nicht immer eindeutig zuzuordnen, weshalb eine frühzeitige Behandlung dringend empfohlen wird. Menschen mit Depressionen erleben häufig Gewichtsveränderungen und können von einer antientzündlichen Ernährungsweise profitieren, um ihre Symptome zu lindern.

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Zusätzlich zu den Forschungen über Grübeln wird in Osnabrück eine weitere Studie durchgeführt, die sich mit den Risiken durch Hitze, Starkregen und Sturm beschäftigt. Hierbei wird der Historische Markt in Bad Essen als Beispiel herangezogen und mit 360.000 Euro vom Bund gefördert. Diese interdisziplinären Forschungsansätze sind essenziell, um den vielfältigen Herausforderungen, die durch psychische Erkrankungen und klimatische Veränderungen entstehen, entgegenzuwirken.