Das Emsland ist derzeit im Fokus der Energiewende. Mit der Fertigstellung der Kabelschutzrohranlage für den ersten Abschnitt der Gleichstromverbindung A-Nord hat Amprion einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Diese Anlage, die sich über eine Länge von 77 Kilometern erstreckt, wurde in nur einem Jahr realisiert und reicht von der Landkreisgrenze Leer/Emsland bis zur Gemeindegrenze Wietmarschen/Nordhorn. Matthias Gierlich, Gesamtprojektleiter von A-Nord, bezeichnete die Fertigstellung als einen großen Meilenstein für die Region und die Energiewende.

Ab April 2025 wird die Baustelle dann so richtig lebendig: In allen Abschnitten werden gleichzeitig Arbeiten durchgeführt, und es sind insgesamt 120 Baustellen geplant. Dafür werden 180 Bagger und 38 HDD-Anlagen für unterirdische Bohrungen im Einsatz sein. Die A-Nord-Trasse ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein wichtiger Teil der Strategie, rund zwei Gigawatt Windenergie aus dem Nordseeraum nach Meerbusch-Osterath bei Düsseldorf zu transportieren.

Parallelprojekte DolWin4 und BorWin4

Die A-Nord-Trasse wird nicht alleine stehen. Parallel dazu laufen die Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4, die ebenfalls von Amprion realisiert werden. Diese Systeme sind darauf ausgelegt, Offshore-Windenergie aus der Nordsee nach Lingen zu bringen und haben eine Kapazität von jeweils 900 MW. Die DolWin4-Kabelroute erstreckt sich über etwa 215 Kilometer, wovon rund 60 Kilometer offshore verlaufen, während BorWin4 eine Gesamtlänge von etwa 280 Kilometern hat, darunter rund 125 Kilometer offshore. Die ersten Onshore-Kabel für diese Projekte wurden bereits in Niedersachsen verlegt, was den Start der Kabelverlegungsarbeiten markiert.

Die Umspannstation in Lingen, die zuvor mit dem Emsland-Kernkraftwerk verbunden war, wird nun eine Schlüsselrolle beim Anschluss der Kabel an das Übertragungsnetz spielen. Nach der Stilllegung des Kernkraftwerks wurden 1,4 GW an Kapazitäten freigesetzt, die künftig zur Übertragung von Windstrom genutzt werden. Diese Entwicklung ist ein klares Zeichen dafür, dass die Region nicht nur auf erneuerbare Energien setzt, sondern aktiv an der Energiewende mitarbeitet.

Integrierte Projektabwicklung und Zukunftsausblick

Ein bemerkenswerter Aspekt des Projekts ist die integrierte Projektabwicklung (IPA), nach der der Bau von A-Nord und die Parallelführung mit den Offshore-Systemen erfolgen. Amprion nutzt dieses Vertragskonzept zum ersten Mal, was die Effizienz und Koordination der Bauarbeiten optimieren soll. Ein Konsortium aus sechs Tiefbaufirmen und einem Planungsbüro wird die 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse von A-Nord bauen.

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Die beiden Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 sollen bis 2028 in Betrieb genommen werden und werden somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ausbauziele für Offshore-Windenergie in Deutschland leisten. Die gesetzlich festgelegten Ziele des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) sehen vor, bis 2030 mindestens 30 GW installierte Leistung zu erreichen, bis 2035 mindestens 40 GW und bis 2045 mindestens 70 GW. Diese ambitionierten Pläne erfordern eine umfassende Koordination und Engagement aller Beteiligten.

Insgesamt zeigt sich, dass das Emsland nicht nur ein regionaler Standort für den Ausbau erneuerbarer Energien ist, sondern auch ein Vorreiter in der Umsetzung von Projekten, die entscheidend zur Energiewende in Deutschland beitragen werden. Die kommenden Jahre versprechen eine spannende Zeit der Transformation und des Fortschritts.