Die Nordsee hat so ihre Geheimnisse, und eines davon ist die Insel Scharhörn. Wie ein schüchterner Junge, der sich hinter seiner Mutter versteckt, liegt sie nördlich von Hamburg im Wattenmeer, nicht gerade ein Hotspot für Touristen. Tatsächlich ist diese Insel nicht bewohnt, abgesehen von einem Vogelwart, der sich um die gefiederten Freunde kümmert. Wer mal einen Fuß auf Scharhörn setzen möchte, der muss sich vorher anmelden – ein kurzer Anruf reicht aus, um die Erlaubnis zu bekommen. Und das ganz schön tückisch, denn die Tide spielt da auch eine Rolle. Ohne Rücksprache mit dem Vogelwart, der für die Saison 2026 Oskar Schwitters heißt, bleibt das Abenteuer Scharhörn eben ein Traum.

Die Strecke von Neuwerk nach Scharhörn ist etwa acht Kilometer lang – das ist nicht gerade ein Spaziergang, und alleine sollte man das besser nicht machen. Ein bisschen Vorsicht ist also geboten. Die Insel hat eine bewegte Geschichte. Im 19. Jahrhundert diente sie als Schutz für gestrandete Seeleute. Während der Weltkriege war Scharhörn strategisch wichtig, mit Bunker- und Flakstellungen, die sich dort befanden. Ab dem 20. Jahrhundert rückte der Naturschutz in den Vordergrund, und die Insel begann ihre Wandlung. Entstanden durch Windfangzäune und Bepflanzung, verändert sich ihre Form jedes Jahr – Scharhörn „wandert“ etwa sieben Meter in Richtung Nigehörn.

Ein Besuch auf Scharhörn

Wer sich für Scharhörn interessiert, hat 2026 einige tolle Gelegenheiten, die Insel zu besuchen. Am 13. Juni findet ein geführter Wanderung statt, die Teil des „Langen Tags der StadtNatur“ ist. Die Anmeldung erfolgt über das Portal der Veranstaltung, und es wird spannend sein, was die Teilnehmer dort erwartet. Aber das ist nicht alles. Wer einen Tagesausflug plant, kann mit der MS Flipper ab Cuxhaven zur Insel schippern. Termine sind zum Beispiel der 25. Juni, 11. Juli, 25. Juli, 9. August und 24. August, immer um die Mittagszeit. Die Touren dauern etwa vier Stunden, und die Kosten belaufen sich auf 30 Euro pro Person. Ein kleiner Preis für ein großes Abenteuer, könnte man sagen!

Für die Naturliebhaber gibt es die Möglichkeit, eine symbolische Gebietspatenschaft zu übernehmen. Mit einer Mindestspende von 50 Euro unterstützt man die Naturschutzarbeit und erhält eine persönliche Urkunde sowie exklusive Informationen zum Schutzgebiet. Es gibt auch naturkundliche Führungen vor Ort – für alle, die mehr über die einzigartige Flora und Fauna erfahren möchten.

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Wusstest du, dass der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer vor 25 Jahren gegründet wurde? Er liegt rund 105 Kilometer Luftlinie vom Hamburger Rathaus entfernt an der Außenmündung der Elbe. Seit 2011 ist er Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer und umfasst die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn sowie die bewohnte Insel Neuwerk. Über 90% der Fläche des Nationalparks gehören zur Zone I, wo die Natur Vorrang hat. Hier gibt es unberührte Landschaften, die zum Entdecken einladen – sei es bei Spaziergängen durch die Salzwiesen, Wattwanderungen oder Vogelbeobachtungen. Und die Insel Neuwerk bietet sogar Möglichkeiten zur nachhaltigen Bewirtschaftung.

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Die Attraktionen des hamburgischen Wattenmeers sind vielfältig. Man kann im Meer baden, die Ruhe der Natur genießen oder an Exkursionen zu den Seehundbänken teilnehmen. Wer noch mehr über die Region erfahren möchte, kann das „Nationalpark-Haus Neuwerk“ besuchen, das 2004 eröffnet wurde und seit 2015 mit einer neuen Ausstellung glänzt. Hier starten zahlreiche Exkursionen ins Watt und zu den Salzwiesen.