Es geschah vor wenigen Tagen in den Weiten der Nordsee, wo der Wind die Wellen küsst und die Schiffe mit ihren Besatzungen über die unendlichen Wasser gleiten. Doch nicht alle von ihnen haben die Reinheit der Meere im Sinn. So kam es, dass die Crew eines liberianischen Tankers in Cuxhaven ins Visier der deutschen Küstenwache geriet, nachdem sie beim illegalen Entsorgen von Müll erwischt wurde. Ja, ihr habt richtig gehört! Müll, der einfach über Bord gekippt wurde, als ob die Nordsee ein riesiger Abfalleimer wäre.

Die Bundespolizei hatte sich für diese Aktion nicht ohne Grund eine Drohne zur Hilfe genommen. Am Sonntag startete das unbemannte Fluggerät vom Bundespolizeischiff „Bad Düben“ und filmte, wie die Besatzung des Tankers Müllsäcke ins kühle Nass entleerte. Zunächst stritt die Crew alle Vorwürfe ab – schließlich ist es nicht gerade prikelnd, mit illegalen Entsorgungen in Verbindung gebracht zu werden. Doch dann, nach der Konfrontation mit den beeindruckenden Drohnenaufnahmen, gab der Kapitän klein bei und gestand, dass zerkleinerte Lebensmittelabfälle entsorgt worden waren. Immerhin ein kleiner Schritt zur Einsicht!

Verstöße gegen das Marpol-Abkommen

Die Entsorgung von zerkleinerten Lebensmitteln ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt – etwa während der Fahrt und in einem festgelegten Abstand zum Festland. Aber die Nordsee und die Ostsee sind als schützenswerte Sondergebiete eingestuft. Daher ist das Marpol-Abkommen, das die Meeresverschmutzung verhindern soll, von entscheidender Bedeutung. Und genau hier kamen die Beamten ins Spiel. Sie entdeckten nicht nur die Abfälle, die über Bord geworfen wurden, sondern auch weiteren verbotenen Müll auf dem Deck des Tankers. Ja, der Blick auf die Umwelt scheint bei manchen einfach nicht vorhanden zu sein.

Die Besatzung erhielt eine Verwarnung, aber damit war die Sache längst nicht erledigt. Der Fall wurde an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg übergeben. Man kann nur hoffen, dass dies nicht zu einem weiteren Fall von „Das war’s dann“ führt, wie im tragischen Beispiel des Frachters „MSC Zoe“, der im Januar 2019 Hunderte Container – darunter Kühlschränke, Fernseher und sogar Gefahrgut – in der Nordsee verlor. Ein echtes Chaos, das die Gewässer belastet und die Meeresbewohner gefährdet.

Warten auf die Konsequenzen

Die Situation ist auch für die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste ein heißes Eisen. Sie lehnt die Identifizierung von Verursachern ab, während die Landesregierung dem entgegenstrebenden Ansatz zur Identifizierung zustimmt. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Besatzung des Tankers zu spüren bekommt und ob solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können. Die Nordsee sollte schließlich ein Ort der Erholung und des Lebens sein, nicht eine Müllhalde für unachtsame Seefahrer.

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Die Drohnenaufnahmen waren ein klarer Hinweis darauf, dass die Überwachung auf den Gewässern immer wichtiger wird. Zumal die Küstenwache und die Bundespolizei ein wachsames Auge auf die Aktivitäten der Schifffahrt werfen müssen. Denn die Verantwortung für die Meere liegt nicht nur bei den Behörden, sondern auch bei denjenigen, die sie befahren. So bleibt die Frage: Wer denkt an die Zukunft unserer Ozeane?

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